Erholung nach Corona-Absturz Wirtschaft wächst, Unternehmen stellen wieder ein

Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach dem Corona-Absturz rasch. Laut einer Ifo-Umfrage fahren Unternehmen ihre Entlassungspläne zurück, einige planen bereits wieder Neueinstellungen.
Erholung: Industrie, Bau und Handel in Deutschland haben ihren Umsatz den dritten Monat in Folge gesteigert. Erste Unternehmen stellen wieder ein

Erholung: Industrie, Bau und Handel in Deutschland haben ihren Umsatz den dritten Monat in Folge gesteigert. Erste Unternehmen stellen wieder ein

Foto: Axel Heimken/ DPA

Deutliche Erholung der Konjunktur in Deutschland nach dem Corona-Absturz: Industrie, Bau, Handel und Dienstleister haben ihren Umsatz im Juli den dritten Monat in Folge gesteigert. Die gewerbliche Wirtschaft nahm zusammen 1,9 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Der um verzerrende Saison- und Kalendereinflüsse bereinigte Umsatz liege aber noch um 5,0 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Die Chancen stehen gut, dass die Erholung weitergeht. Eine V-förmige Erholung nach dem Absturz im Frühjahr ist in Deutschland weiterhin möglich. Auch die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hellte sich im August bereits den vierten Monat in Folge auf, ergab eine Umfrage des Ifo-Instituts unter 9000 Unternehmen.

Die Aufholjagd folgt auf einen beispiellosen Konjunktureinbruch im Frühjahr von 9,7 Prozent. Steigende Corona-Infektionszahlen, Reisewarnungen und nicht zuletzt die Gefahr einer Pleitewelle werfen aber weiter einen langen Schatten auf die Konjunktur.

Einige Firmen stellen bereits wieder ein

Die deutschen Unternehmen fahren ihre Entlassungspläne einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge zurück. Nachdem die Betriebe in den vergangenen Monaten Beschäftigte entlassen hätten, seien nun "erste Signale für Neueinstellungen sichtbar", erklärte das Forschungsinstitut am Donnerstag. "Auf dem deutschen Arbeitsmarkt steht eine Trendwende bevor."

Das vom Ifo ermittelte Beschäftigungsbarometer stieg im August von 93,2 Punkten auf 95,4 Punkte. In der Industrie legte das Barometer demnach deutlich zu. Dennoch wollen hier laut Umfrage immer noch mehr Unternehmen Mitarbeiter entlassen als einstellen. Im Dienstleistungssektor gebe es erste Anzeichen für Neueinstellungen; insbesondere in der IT-Branche werden demnach neue Mitarbeiter gesucht.

Der Handel ist der Umfrage zufolge weiter zurückhaltend bei der Personalsuche und rechnet tendenziell mit Entlassungen. Nur im Bauhauptgewerbe gibt es demnach gegenwärtig kaum Dynamik bei der Beschäftigungsentwicklung.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer basiert auf etwa 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen können ihre Planungen für die Zahl der Beschäftigten für die nächsten drei Monate als "zunehmen", "gleich bleiben" oder "abnehmen" kennzeichnen.

la/dpa/reuters
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