Konjunkturhilfe Corona-Kinderbonus landet ab September auf den Konten

Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Corona-Kinderbonus. Eine zweite Zahlung ist für Oktober geplant.
Der Kinderbonus soll erstmals am 7. September ausgezahlt werden

Der Kinderbonus soll erstmals am 7. September ausgezahlt werden

Foto: Philipp Schulze/ dpa

Der wegen der Coronakrise von der Bundesregierung aufgesetzte Kinderbonus soll erstmals am 7. September ausgezahlt werden. Wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) mitteilte, beginnen die Familienkassen an diesem Tag mit der Auszahlung in Höhe von insgesamt 300 Euro pro Kind. In der ersten Überweisungsrunde erhielten rund 940.000 Eltern mit 1,56 Millionen Kindern zusätzlich zum monatlichen Kindergeld die erste Bonusrate von 200 Euro. Die zweite Rate von 100 Euro wird im Oktober ausgezahlt.

Wann der Kinderbonus auf dem Konto erscheint, hängt laut den Zeitungen von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen Kindergeld-berechtigte Kinder und junge Menschen, denen auch der Kinderbonus zusteht.

Das Geld sei "für viele Familien eine willkommene Finanzspritze", sagte Familienministerin Franziska Giffey (42, SPD). Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssten, mache der Kinderbonus die Entscheidung "etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen". Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur.

Kritik: Summe zu niedrig

Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro eingeplant. Da die einmalige Zahlung nicht mit anderen Familien- oder Sozialleistungen wie zum Beispiel dem Kinderzuschlag verrechnet werde, profitierten vor allem Familien mit geringem und mittlerem Einkommen und mehreren Kindern, sagte Giffey.

Der Kinderschutzbund lobte den Kinderbonus als Teil des Konjunkturpaktes gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. "Der Kinderbonus ist ein gutes Signal, insbesondere an arme Familien", sagte Präsident Heinz Hilgers den Funke-Zeitungen. Allerdings sei die Summe zu niedrig, um etwa die digitale Ausstattung armer Kinder und Jugendlicher zu verbessern. Diese sei "eine Katastrophe".

Nur 15 Prozent dieser Gruppe verfügten über ein für Home-Schooling brauchbares Endgerät, bei manchen fehle sogar der Internetanschluss. "Nicht nur in Zeiten der Pandemie drohen diese Kinder, den Anschluss zu verlieren", sagte Hilgers. Die von der Bundesregierung bereitgestellten 500 Millionen Euro für Laptops würden wegen bürokratischer Hürden nicht abgerufen. Der Kinderschutzbund fordert seit langem, alle Sozialleistungen für Kinder in einer existenzsichernden und unbürokratischen Kindergrundsicherung zu bündeln.

akn/afp/dpa
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