Kampfflugzeug Kosten für Eurofighter explodieren

Neuer Ärger für Verteidigungsminister de Maiziere: Nach dem Debakel um die Drohne Euro-Hawk wird der Kauf des Kampfflugzeugs Eurofighter erheblich teurer als geplant. Nun wird über einen Wechsel de Maizieres zur NATO spekuliert.
De Maizieres Ministerium räumt ein: "Es ist richtig, dass die Kosten für den Eurofighter ansteigen"

De Maizieres Ministerium räumt ein: "Es ist richtig, dass die Kosten für den Eurofighter ansteigen"

Foto: Michael Kappeler/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Beschaffung des Kampfflugzeuges Eurofighter für die Luftwaffe wird sehr viel teurer als geplant. Der "Spiegel" berichtete, bis Ende des Jahres werde das Verteidigungsministerium 14,5 Milliarden Euro der für die Beschaffung von 180 Jets vorgesehenen 14,7 Milliarden Euro ausgegeben haben. Allerdings werde die Bundeswehr Ende des Jahres nur über 108 Eurofighter verfügen.

Das Ministerium erklärte dazu am Sonntag: "Es ist richtig, dass die Kosten für den Eurofighter ansteigen." Nach dem Bericht kalkuliert die Bundeswehr bis 2018 mit Kosten von 16,8 Milliarden Euro für die Beschaffung der Kampfflugzeuge. Mit dieser Summe wären demnach aber erst 143 Flugzeuge bezahlt. Für die fehlenden 37 Maschinen, um auf den geplanten Bestand von 180 Eurofighter zu kommen, wären weitere Milliarden Euro fällig.

Ein Ministeriumssprecher verwies auf Anfrage auf die Veröffentlichung der schriftlichen Antworten auf die "Spiegel"-Fragen durch das Ministerium. Zu weiteren Fragen wollte er zunächst nicht Stellung nehmen. Mit dem Eurofighter gerät ein weiteres Rüstungsprojekt in die Schlagzeilen.

De Maiziere wird als Nato-Generalsekretär gehandelt

Mit dem gescheiterten Drohnen-Projekt Euro Hawk befasst sich bereits ein Untersuchungsausschuss des Bundestages. Die Opposition wirft Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) vor, Hunderte Millionen Euro verschwendet zu haben. Das Ministerium hatte das Euro-Hawk-Projekt im Mai gestoppt, weil für die Drohne in Deutschland keine Zulassung zu bekommen war.

Der "Spiegel" spekuliert nun darüber, dass der CDU-Politiker nach der Bundestagswahl als Nato-Generalsekretär nach Brüssel wechseln könnte. Der 59-Jährige gelte als Favorit für die Nachfolge des bisherigen Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, meldete das Magazin ohne genauere Quellenangabe.

Der Posten wird im Sommer 2014 frei. Ein Ministeriumssprecher sagte dazu nur: "Personalspekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht." Als einziger Deutscher leitete bislang der CDU-Politiker Manfred Wörner die Allianz, von 1988 bis 1994.

mahi/rtr
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