Sonntag, 26. Mai 2019

Inflation auf Fünfjahreshoch Preise in Deutschland steigen um 2,2 Prozent

Inflation in Deutschland: Die Preise für Energie und Lebensmittel sind deutlich gestiegen

Ein kräftiger Sprung bei den Energiepreisen sowie bei Lebensmittelpreisen hat die Inflation in Deutschland im Februar auf den höchsten Stand seit August 2012 getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch anhand vorläufiger Zahlen mitteilte.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist deutlich um 7,2 Prozent. Sie hatte die Inflation bereits im Dezember und Januar angeheizt. Lange Zeit hatte Energie den Anstieg der Teuerung gedämpft. Seit Mitte 2014 war Rohöl vor allem infolge der weltweiten Überproduktion deutlich günstiger geworden. Ende 2016 drehte der Trend endgültig. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten im Februar um 0,6 Prozent.

Die Teuerungsrate liegt nun erstmals seit 2012 über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Börse und Inflation 2017: Ein Horrorjahr für Sparer - und für Anleger?

Nahrungsmittel kosteten 4,4 Prozent mehr als im Februar 2016, unter anderem wegen Missernten in südeuropäischen Ländern. Die EU-Kommission sagt Deutschland für 2017 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,9 Prozent voraus, was fast viermal so viel wäre wie 2016.

Nicht nur Energie und Nahrungsmittel, sondern auch viele andere Waren und Dienstleistungen dürften bald teurer werden, erwartet Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. "Grund dafür ist die gute Konjunktur mit steigender Beschäftigung", sagte er. "Das eröffnet den Unternehmen Spielräume, höhere Kosten - etwa durch steigende Importpreise infolge des abgewerteten Euro - auf die Kunden umzulegen."

Zinsen in Euroland bleiben niedrig - doch der Druck auf die EZB wächst

Damit wächst der Druck auf die EZB, die geldpolitische Wende vorzubereiten. Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um eine Deflation - einen Preisverfall auf breiter Front - zu verhindern. Außerdem pumpt sie über Anleihenkäufe Milliarden in die Wirtschaft.

"Die EZB wird unter starken Druck kommen, ihre ultralockere Geldpolitik zurückzufahren", sagte Bargel. Sie könne deshalb in diesem Jahr verkünden, die Anleihenkäufe weiter zu drosseln. "Zinserhöhungen sind aber frühestens 2018 zu erwarten."

la/dpa/reuters

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