Deflationsgefahr gebannt Alles wird teurer - außer Energie

Von mm-newsdesk
Kaffeebohnen: Nahrungsmittel verteuerten sich im Mai um 1,4 Prozent

Kaffeebohnen: Nahrungsmittel verteuerten sich im Mai um 1,4 Prozent

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Die deutschen Preise steigen so kräftig wie seit sieben Monaten nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Inflation zog damit den vierten Monat in Folge an, da Nahrungsmittel und Mieten mehr kosteten. Benzin und Heizöl verbilligte sich zudem nicht mehr ganz so stark.

Im Januar waren die Preise noch um 0,3 Prozent und damit erstmals seit der Krise 2009 gefallen, was Sorgen vor einer Deflation - also vor einem Preisverfall auf breiter Front - geschürt hatte. Allerdings bleibt die Teuerung ungewöhnlich niedrig: Die Europäische Zentralbank spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. "Die absolute Tiefphase bei der Inflation ist vorbei, die Deflationsdiskussion damit vom Tisch", sagte Ökonomin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Nahrungsmittel verteuerten sich im Mai um 1,4 Prozent. Für Wohnungsmieten musste 1,2 Prozent mehr bezahlt werden. Dienstleistungen kosteten 1,5 Prozent mehr. Hier könnte der seit Jahresbeginn geltende Mindestlohn eine Rolle gespielt haben, der etwa Taxifahrten und den Friseurbesuch teurer macht. Energie verbilligte sich um 5,0 Prozent.

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Die Teuerungsrate dürfte sich in den kommenden Monaten zwischen 0,5 und 1,0 Prozent einpendeln, sagte Kastens. "Die Kaufkraft vieler Verbraucher steigt trotzdem spürbar", betonte sie. "Denn bei Lohnerhöhungen um die drei Prozent bleibt auch nach Abzug der Inflation mehr in den Portemonnaies."

ts/Reuters