Häuser und Wohnungen immer teurer Rekordanstieg für Immobilienpreise im vierten Quartal

Der starke Preisanstieg für Häuser und Wohnungen hat sich im vergangenen Jahr noch einmal beschleunigt. In den letzten drei Monaten des Jahres legten die Preise so stark zu wie nie zuvor.
Plus 15,9 Prozent im vierten Quartal: Besonders in den ländlichen Gebieten zogen die Preise für Häuser sprunghaft an

Plus 15,9 Prozent im vierten Quartal: Besonders in den ländlichen Gebieten zogen die Preise für Häuser sprunghaft an

Foto: Werner Dieterich / Westend61 / picture alliance

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind Ende 2021 in einem Rekordtempo gestiegen. Sie erhöhten sich von Oktober bis Dezember um durchschnittlich 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Dies ist erneut der stärkste Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000", teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im Jahresdurchschnitt 2021 zogen die Preise für Wohnimmobilien insgesamt um 11,0 Prozent an, nach 7,8 Prozent 2020.

Besonders stark kletterten die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen im vierten Quartal mit 15,9 Prozent. Eigentumswohnungen verteuerten sich dort um 13,2 Prozent. Der Trend zum Homeoffice in der Corona-Krise hat die Nachfrage nach Wohnraum auf dem Land angekurbelt.

In dichter besiedelten ländlichen Kreisen lag das Plus für Ein- und Zweifamilienhäuser bei 14,5 Prozent und für Eigentumswohnungen bei 11,2 Prozent. Überdurchschnittlich starke Steigerungen verzeichneten auch die sieben Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Hier kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser Ende 2021 rund 12,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Eigentumswohnungen verteuerten sich um 12,7 Prozent.

Abschwächung der Dynamik in den Metropolen

In den Metropolen lasse sich aber eine Abschwächung der Dynamik beobachten, erklärten die Statistiker: Im Vergleich zum dritten Quartal stiegen die Preise für Häuser hier nur um 1,4 Prozent und für Eigentumswohnungen nur um 0,7 Prozent. Im dritten Quartal waren sie noch um 3,5 Prozent beziehungsweise um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

Die Bundesbank warnt seit Längerem vor zunehmenden Gefahren auf dem deutschen Immobilienmarkt. "Die Überbewertungen bei Wohnimmobilien nahmen zu", hieß es jüngst im Monatsbericht der Bundesbank. "Gemäß aktuellen Schätzergebnissen lagen die Immobilienpreise in den Städten im Jahr 2021 zwischen 15 Prozent und 40 Prozent über dem Preis, der durch soziodemografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist." 2020 hatte die Überbewertung noch maximal 30 Prozent betragen.

mg/Reuters, dpa-afx, AFP