Tarifstreit spitzt sich zu Hunderttausende Metaller drohen mit neuen Streiks

Warnstreik in Hannover: Im Metall-Tarifstreit gibt es weiter keine Einigung.

Warnstreik in Hannover: Im Metall-Tarifstreit gibt es weiter keine Einigung.

Foto: Anne-Sophie Galli/ dpa

Vor der vierten Tarifverhandlungsrunde für die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten erhöht die IG Metall nochmals den Druck und droht mit weiteren Warnstreiks. Mehr als 210.000 Beschäftigte hätten seit Jahresbeginn, also dem Ende der Friedenspflicht, in der Region bereits an Warnstreiks teilgenommen, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Bundesweit waren es rund 730.000 Menschen.

"Wenn die Arbeitgeber morgen am Verhandlungstisch die Chance nicht nutzen, einen großen Schritt nach vorne zu kommen, ist eine weitere Eskalation nicht zu verhindern", sagte Bezirksleiter Roman Zitzelsberger auf einer Kundgebung in Ulm.

Die Verhandlungen beginnen Mittwochmittag in Böblingen bei Stuttgart, im Pilotbezirk Baden-Württemberg, und werden sich voraussichtlich bis spät in die Nacht hinziehen. Dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, haben beide Seiten bereits ausgeschlossen - zu weit sei man voneinander entfernt. Denkbar sei hingegen, dass am Wochenende weiterverhandelt wird. Ansonsten droht die IG Metall für die kommende Woche mit ganztägigen Warnstreiks.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hingegen warnt, diese Maßnahme würde die Fronten weiter verhärten. Auf die Verhandlungen in Baden-Württemberg richten sich die Hoffnungen für einen Durchbruch in dem festgefahrenen Arbeitskampf. In dem Bundesland wurden schon öfter Pilotabschlüsse mit deutschlandweiter Wirkung abgeschlossen.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld für die bundesweit 3,9 Millionen Branchenbeschäftigten. Zudem sollen sie die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit für eine Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden zu reduzieren. Schichtarbeiter, Familien mit kleinen Kindern oder Pflegebedürftigen sollen dabei einen finanziellen Zuschuss erhalten. Dieser letzte Punkt sorgt für den meisten Zündstoff- die Arbeitgeberseite bewertet den Zuschuss als diskriminierend gegenüber den Teilzeitbeschäftigten und daher als nicht rechtmäßig.

Leo/rtr/dpa
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