Anstehende Tarifrunde IG Metall fordert 7 bis 8 Prozent mehr Lohn

In der Tarifrunde für die Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall 7 bis 8 Prozent mehr Geld fordern. Dabei orientiert sich Gewerkschaftschef Jörg Hofmann nicht nur an der Inflation und Produktivitätsentwicklung.
Fordert eine zusätzliche Umverteilungskomponente: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann

Fordert eine zusätzliche Umverteilungskomponente: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann

Foto: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Die IG Metall will für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Lohnerhöhungen zwischen sieben und acht Prozent durchsetzen. Diese Forderung habe der Gewerkschaftsvorstand am Montag den Tarifbezirken für die voraussichtlich im September beginnenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern empfohlen, sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann (66) am Montag.

Aus Sicht der Gewerkschaft ist es nach den zurückliegenden Corona-Abschlüssen angesichts der guten Auftragslage vieler Unternehmen und hoher Gewinne an der Zeit, dass die Löhne und Gehälter dauerhaft erhöht würden. Die hohe Inflation und rasant steigenden Preise für Gas und Strom könne die Tarifpolitik aber nicht ausgleichen. Dazu sei ein weiteres Entlastungspaket der Bundesregierung nötig.

Neuer Tarifvertrag soll ein Jahr gelten

Bei ihrer Forderungsempfehlung orientiert sich die IG Metall an Inflation und Produktivitätsentwicklung und rechnet angesichts hoher Gewinne großer Autokonzerne wie BMW und Mercedes eine Umverteilungskomponente hinzu. Der neue Tarifvertrag soll zwölf Monate laufen. Der Vorstand will die Forderung nach weiteren Diskussionen in den Tarifbezirken am 11. Juli beschließen.

Der im vergangenen Jahr mit den Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen ausgehandelte Abschluss sah eine Corona-Prämie von 500 Euro und ein jährliches "Transformationsgeld" vor. Dieses sollte im Februar 2022 in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts gezahlt werden. Ab 2023 steigt es auf 27,6 Prozent und kann auch für Arbeitszeitverkürzungen genutzt werden. Der Tarifvertrag für rund 3,7 Millionen Beschäftigte in den Kernbranchen der deutschen Industrie läuft Ende September aus. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober.

In separaten Tarifverhandlungen in der nordwestdeutschen Stahlindustrie hatten sich die IG Metall und die Arbeitgeber kürzlich auf 6,5 Prozent mehr Lohn und einen Energiebonus von 500 Euro geeinigt.

hr/DPA, Reuters