Maues Wachstum Auch IfW-Institut senkt Konjunkturprognose

Nach den anderen führenden Forschungsinstituten reduziert auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft seine Wachstumsprognose für dieses Jahr. Für 2022 sind die Ökonomen dafür wieder zuversichtlicher.
Lieferengpässe: Der Halbleitermangel und die Schwiergkeiten in den Lieferketten wirken sich negativer auf die deutsche Wirtschaft aus als bisher angenommen

Lieferengpässe: Der Halbleitermangel und die Schwiergkeiten in den Lieferketten wirken sich negativer auf die deutsche Wirtschaft aus als bisher angenommen

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Lobeca

Das Kieler IfW-Institut hat seine Konjunkturprognose für Deutschland für dieses Jahr massiv gesenkt - rechnet dafür aber im nächsten Jahr mit mehr Schwung. "Der Aufholprozess bleibt intakt, bekommt aber über das Winterhalbjahr eine Delle", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths am Donnerstag. "Fortbestehende Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz und Lieferengpässe bei Vorprodukten erweisen sich als hartnäckiger und gravierender als erwartet und verschieben den Schlussspurt in das kommende Jahr."

Für 2021 rechnen die Ökonominnen und Ökonomen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,6 Prozent, bislang hatten sie 3,9 Prozent auf dem Zettel. 2022 dürfte es dann mit 5,1 Prozent stärker bergauf gehen als bisher mit 4,8 Prozent gedacht. Für 2023 erwartet das Institut 2,3 Prozent BIP-Wachstum.

Insgesamt beläuft sich dem IfW zufolge der Verlust an Wirtschaftsleistung durch die Corona-Krise in den Jahren 2020 bis 2022 auf schätzungsweise 320 Milliarden Euro. "Die Lieferengpässe kosten die Industrie schätzungsweise in diesem Jahr 40 Milliarden Euro Wertschöpfung, von der ein großer Teil nachgeholt werden dürfte, sobald die Lieferengpässe überwunden sind." Mit der zunächst schwächeren Erholung dürfte die Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau erst im ersten Quartal 2022 erreichen und damit ein halbes Jahr später, als noch im Juni gedacht.

Das IfW reicht sich damit in die Riege der anderen großen Forschungsinstitute ein, die ebenfalls ihre Prognosen jüngst gesenkt hatten. So rechnet das Ifo-Institut nur noch mit 2,5 Prozent Wachstum, das RWI in Essen erwartet 3,5 Prozent, das IWH in Halle 2,2 Prozent, das DIW in Berlin 2,1 Prozent. Eine gemeinsame Herbstprognose wollen die führenden Institute Mitte Oktober vorlegen.

mg/Reuters
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