Donnerstag, 19. September 2019

Energiespeicher Hamburg plant riesige Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse

Stromspeicher: Hamburg plant weltweit größte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse
Daniel Bockwoldt/dpa
Stromspeicher: Hamburg plant weltweit größte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse

Im Hamburger Hafen soll die weltweit größte Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt entstehen. Die Gespräche mit potenziellen Kunden und Investoren seien bereits weit vorangeschritten, noch in diesem Jahr soll die finale Entscheidung über den Bau der Anlage fallen, sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos).

"Ich will einen solchen Leuchtturm hier in Hamburg und in Norddeutschland sehen", fügte der Senator hinzu. Der Bau der Anlage werde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und soll durch Fördermittel vom Bund und der EU ermöglicht werden. Hamburg will die notwendige Fläche bereitstellen.

Hintergrund für den Vorstoß des Senators ist die Energiewende und die Klimapolitik, die an fehlenden Speichermöglichkeiten für Strom krankt. In den norddeutschen Bundesländern, aber auch in den Niederlanden mehren sich Stimmen und Initiativen, die auf Wasserstoff als einen wesentlichen Energieträger der Zukunft setzen. Eine gemeinsame Wasserstoffstrategie der Nord-Länder ist in Arbeit, ebenso im Bund. Der Wasserstoff soll regenerativ mit Offshore-Windstrom auf See oder an Land erzeugt und anschließend in Kavernen gespeichert oder unmittelbar verwendet werden. Damit könnten die auf der Nordsee erzeugten Strommengen effektiver genutzt werden.


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Eine 100-Megawatt-Elektrolyse zur Herstellung von Wasserstoffwäre eine neue technische Dimension. Die bislang größten Anlagen leisten allenfalls zehn Megawatt. Eine solche Elektrolyse würde nach Angaben des Anlagenbauers Siemens ungefähr zwei Tonnen oder 22 000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produzieren. Mit dieser Stundenproduktion könnte zum Beispiel ein Auto 200 000 Kilometer weit fahren, ein Lkw 25 000 Kilometer. Größere Anlagen werden bislang auch durch die regulatorischen Rahmenbedingungen ausgebremst wie die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) und die Netzgebühren.

dpa-afx/akn

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