Preisexplosion Habeck will Gaspreise nicht deckeln und Belastungen gerecht verteilen

Die Rezessionsangst wächst. Laut Bundeswirtschaftsminister Habeck könne der Staat die hohen Preissteigerungen für Gas nicht vollständig abgefangen. Verbrauchern steht ein herausfordernder Winter bevor.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52) lehnte eine staatliche Deckelung auf der Münchner Handwerksmesse am Mittwoch ab

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52) lehnte eine staatliche Deckelung auf der Münchner Handwerksmesse am Mittwoch ab

Foto: Christof Stache / AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) lehnt angesichts der erwarteten weiteren Verteuerung von Gas eine staatliche Preisdeckelung ab. Die hohen Preissteigerungen seien ein "externer Schock" und könnten vom Staat nicht vollständig aufgefangen werden, sagte Habeck am Mittwoch am Rande der Münchner Handwerksmesse. "Das wird das Land in der einen oder anderen Form tragen müssen." Auch ökonomisch wäre ein Preisdeckel nach Einschätzung des Wirtschaftsministers das falsche Signal.

"Es kommen noch enorme Preiserhöhungen auf uns zu", sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf den kommenden Winter. Die Bundesregierung will nach Habecks Worten jedoch Sorge tragen, dass die Belastung durch die hohen Gaspreise "gerecht" verteilt wird, ging aber nicht ins Detail. Für eine Deckelung der Gaspreise hatte sich unter anderem die DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi (54) ausgesprochen.

Im ersten Halbjahr sei der Gasverbrauch in Deutschland um 14 Prozent gesunken, sagte Habeck. Auch wenn man wegen des warmen Winters ein wenig von dieser Zahl abziehe, sei der Verbrauch um knapp zehn Prozent niedriger gewesen. Bei der Gasversorgung gebe es kein Marktproblem, da die hohen Preise viel Gas nach Europa "ansaugten", sagte der Bundeswirtschaftsminister.

Durch den Krieg in der Ukraine sind die Energiepreise sprunghaft gestiegen, auch weil Russland seine Lieferungen zuletzt reduziert hat. Sollten die Lieferungen von dort ganz abreißen, befürchten viele Experten eine Rezession, weil ganze Industrieprozesse nicht mehr funktionieren würden. "Wir müssen natürlich mehr besorgen", sagte Habeck, nannte die Angst vor einer Rezession aber ebenfalls als "überwältigend groß". Der Winter werde eine Herausforderung, auch für die privaten Verbraucher.

mje/dpa-afpx
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