Freitag, 18. Oktober 2019

Große regionale Unterschiede Wie sich der Wohlstand in Deutschland verteilt

Reiche Gegend: Der Starnberger See in Bayern

Wie viel Geld ein deutscher Haushalt zur Verfügung hat, hängt stark von seiner geografischen Lage ab. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Dabei hinkt 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung Ostdeutschland immer noch klar hinterher.

Für die Untersuchung trug die Stiftung Daten aus allen 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten zusammen. Sie zeigen deutlich, wo Privathaushalte im Schnitt das höchste verfügbare Einkommen haben: Auf dem Spitzenplatz landet der Landkreis Starnberg bei München mit jährlich 34.987 Euro pro Person. Das ist mehr als doppelt so viel wie beim Schlusslicht, der Stadt Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Dort hat jeder Mensch im Schnitt nur 16.203 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Grundlage für die Untersuchung sind Angaben der Bundes- und Landesämter für Statistik. Als verfügbares Einkommen ist dabei die Summe definiert, die nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers übrig bleibt - also das Geld, das Menschen nach eigenem Gutdünken sparen oder ausgeben können.

Deutschlandweit liegt der Durchschnittswert der Untersuchung zufolge bei 23.295 Euro. Neben Teilen des Ruhrgebiets, des Saarlands und Niedersachsens liegt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutschland immer noch besonders deutlich zurück: Nur in sechs von 77 Kreisen oder kreisfreien Städte - also rund acht Prozent - haben die Einwohner jährlich mehr als 20.000 Euro zur Verfügung. In Westdeutschland sind es 284 von 324 Kreisen und Städten, also rund 88 Prozent.

Blickt man auf Deutschlands 15 größte Städte, dann liegt das durchschnittliche Einkommen dort zwar laut Böckler-Stiftung etwas über dem Bundesdurchschnitt, allerdings ist die Schere groß: Während München, Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg dem Haushaltseinkommen nach zu den obersten 20 Prozent Deutschlands gehören, finden sich Leipzig und Duisburg innerhalb der unteren 20 Prozent.

AFP/mh

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