Mittwoch, 20. November 2019

Immobilienkauf, Elektroautos, Zins-Steuer etc. Was die Große Koalition mit der Wirtschaft vorhat

6. Teil: Mobilität, Auto: Zwei Elektro-Hammer und eine harte Vorgabe für Bahn-Vorstände

Ambitioniert bei E-Mobilen: 100.000 Ladepunkte will die Große Koalition bis 2020 entstehen lassen

In Sachen Verkehr klingt der Vertrag recht ambitioniert, doch in Sachen Diesel-Krise bleiben die Politiker etwas vage. Fahrverbote sollen vermieden, dazu auch Hardware-Nachrüstungen am Antrieb geprüft werden. Städte und Gemeinden bekommen viel Geld für saubere Busse, Taxis und anderes.

Doch es gibt auch konkrete, bedeutende Ansagen. Beispiel Elektromobilität: Satte 100.000 zusätzliche Ladepunkte sollen bis 2020 an Straßen entstehen. Bisher gibt es erst gut 10.000. Besonders ambitioniert klingt, dass ein Drittel, also gut 33.000 Ladepunkte an Gleichstrom-Schnellladesäulen verfügbar sein sollen. Davon gibt es derzeit erst 530, sie kosten laut Medienberichten jeweils etwa 25.000 Euro. Zweiter Elektro-Hammer: Batterie-Dienstwagen werden pauschal nur mit 0,5 Prozent versteuert. Normalerweise gilt ein Satz von einem Prozent.

Aufholen will Schwarz-Rot auch beim autonomen Fahren. Bis zum Ende der Legislaturperiode (2021) sollen die Voraussetzungen für vollautonome Autos auf "geeigneten Infrastrukturen" geschaffen sein.

Straffe Ziele setzt die neue Regierung der Deutschen Bahn - und ihren Top-Managern. Die Bahn soll ihren Marktanteil gegenüber Straße und Flugzeug deutlich ausbauen. Diese Vorgabe soll in die Unternehmenssatzung aufgenommen werden, die Vorstände werden auf die Erfüllung verpflichtet.

>> Die Koalition will es allen Recht machen - manchen mehr, manchen weniger. Teure Fördermaßnahmen wie für die Elektromobilität haben klar Vorrang vor Verboten und Steuern. In guten wirtschaftlichen Zeiten mag dies funktionieren, wenn die Konjunktur nachlässt, dürften die Ziele schwerer zu erreichen sein.

(Nils-Viktor Sorge)

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung