GfK-Konsumklima Zweite Corona-Welle dämpft die Kauflaune

Das Verbrauchervertrauen in Deutschland sinkt abermals deutlich. Der Konsum dürfte erst wieder als Stütze der Konjunktur dienen, wenn die Corona-Welle ausläuft.
Schlechte Zeit für Konsumrausch: Weihnachtsbeleuchtung vor dem Berliner Kaufhaus des Westens

Schlechte Zeit für Konsumrausch: Weihnachtsbeleuchtung vor dem Berliner Kaufhaus des Westens

Foto: Emmanuele Contini / imago images/Emmanuele Contini

Die Verbraucherstimmung hat sich angesichts des Teil-Lockdowns im November weiter eingetrübt. Für Dezember prognostizierte das Marktforschungsinstitut GfK am Donnerstag einen Wert von minus 6,7 Punkten und damit 3,5 Punkte weniger als im Vormonat. Rückläufig sind nach Einschätzung des Instituts sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung.

"Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen - ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus - das Konsumklima schwer", erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen." Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung habe ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 5. bis 16. November rund 2000 Menschen befragt. Der Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Nach Einschätzung der GfK wird nun der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens in den kommenden Wochen "maßgeblich darüber bestimmen, ob sich das Konsumklima wieder stabilisieren kann", wie Bürkl erklärte. Nur "ein spürbares Sinken der Infektionszahlen und eine Lockerung der Beschränkungen" werde wieder für mehr Optimismus sorgen.

Am Mittwochabend einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und die Regierungschefs der Länder auf eine Fortsetzung der aktuellen Regeln. Für den Einzelhandel gibt es eine Verschärfung: Größere Läden dürfen weniger Kunden gleichzeitig einlassen. Der Branchenverband HDE reagierte mit Kritik. Die neuen Infektionszahlen bringen kein Zeichen von einem Auslaufen der Corona-Welle.

ak/afp
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