Verbraucherumfrage Kauflaune fällt auf Rekordtief

Die Verbraucher in Deutschland legen aufgrund der hohen Energiekosten so viel Geld zur Seite wie lange nicht mehr – und halten sich entsprechend beim Konsum zurück. Der GfK-Konsumklimaindex sinkt zum dritten Mal in Folge.
Zukünftig Flaute beim Konsum? Die Menschen in Deutschland wollen mehr sparen

Zukünftig Flaute beim Konsum? Die Menschen in Deutschland wollen mehr sparen

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imago images/Manngold

Energiekrise und Inflation in Deutschland drücken die Konsumstimmung auf ein Rekordtief. Das Barometer der Nürnberger GfK-Marktforscher signalisiert für September einen überraschend starken Rückgang um 5,6 Zähler auf minus 36,5 Punkte. Es fällt damit zum dritten Mal in Folge, wie die GfK am Freitag mitteilte. Seit Beginn der Erhebung der Verbraucherlaune für Gesamtdeutschland 1991 wurde kein schlechterer Wert gemessen.

Gleichzeitig legen die Konsumenten mit Blick auf den Winter so viel Geld zurück wie lange nicht: Die Sparneigung der Verbraucherinnen und Verbraucher sei "sprunghaft" gestiegen, hieß es weiter. Der Wert erreichte den höchsten Stand seit Juli 2011. Die von der GfK ermittelte Sparneigung legte um 17,6 Punkte auf 3,5 Punkte zu. Das ist der höchste Wert seit elf Jahren: Im Juli 2011 wurde der Sparindikator mit 7,1 Punkten gemessen.

Angst vor erhöhten Energiekosten zwingt Verbraucher zum Sparen

"Die Furcht vor deutlich höheren Energiekosten in den kommenden Monaten zwingt viele Haushalte zur Vorsorge und dazu, Geld für zukünftige Energierechnungen auf die Seite zu legen", erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl. Im Gegenzug stünden weniger finanzielle Mittel für den übrigen Konsum zur Verfügung.

Die Anschaffungsneigung ging den siebten Monat in Folge zurück und erreichte den tiefsten Wert seit den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise im Oktober 2008. Viele Haushalte müssten auf die eine oder andere Anschaffung verzichten oder sie zunächst einmal in die Zukunft verschieben, erklärte die GfK.

Bürkl warnte, die Lage könne sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verschärfen, "wenn in der anstehenden Heizperiode das Angebot an Brennstoffen, vor allem an Gas, unzureichend ist". Dies würde zu einem weiteren Preisanstieg führen und die Heizkostenabrechnungen zusätzlich in die Höhe treiben.

Konjunkturerwartung stabilisiert sich

Die Konjunkturerwartung stabilisierte sich laut GfK in diesem Monat – auch wenn die Rezessionsgefahr aus Sicht der deutschen Unternehmen noch hoch bleibt. Nachdem die Einkommensaussichten ein historisches Rekordtief erreicht hatten, legen sie nun im August minimal zu.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 4. bis 15. August rund 2000 Menschen befragt. Der Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

frm/AFP
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