Hohe Sparquote Geldvermögen der Deutschen wächst 2022 auf knapp acht Billionen Euro

Laut einer Studie der DZ Bank ist das Geldvermögen der Deutschen 2022 gewachsen - trotz hoher Verluste an den Aktienmärkten nach Ausbruch des Ukraine-Krieges. Grund für den Wachstum ist vor allem die Sparwilligkeit der Deutschen.
Das Geldvermögen ist 2022 gewachsen - vor allem dank der hohen Sparquote

Das Geldvermögen ist 2022 gewachsen - vor allem dank der hohen Sparquote

Foto: Christoph Hardt; / imago images/Future Image

Das Geldvermögen der Deutschen ist auch im vergangenen Jahr gewachsen - auf fast acht Billionen Euro, wie eine Studie der DZ Bank  ergab. Allerdings war die Zunahme mit knapp zwei Prozent deutlich geringer als 2021, als das Vermögen noch um achteinhalb Prozent zugelegt hatte. Die Bank führte das auf die Aktienkursverluste nach Beginn des Ukraine-Kriegs zurück. Dafür blieben die Ersparnisse der Haushalte relativ hoch.

In den Jahren 2020 (plus 6,7 Prozent) und 2021 (plus 8,5 Prozent) hatten die privaten Geldvermögen hierzulande deutlich kräftiger zugelegt. Das lag zum großen Teil daran, dass viele Menschen während der Pandemie mehr Geld übrig hatten als in normalen Zeiten, zum Beispiel weil Urlaubsreisen ausfielen und Freizeiteinrichtungen zeitweise geschlossen waren. Im Jahr 2022 konnte ein Abschmelzen der Geldvermögen nur deshalb verhindert werden, weil viele Menschen in Deutschland erneut sparten wie die Weltmeister, wie die DZ Bank analysiert. Denn Verluste an den Aktienmärkten nach Ausbruch des Ukraine-Krieges konnten im Verlauf des vergangenen Jahres vielfach nicht vollständig aufgeholt werden.

Die zur Seite gelegten Geldsummen fielen zwar niedriger aus als in den Coronajahren 2020 und 2021, aber höher als 2019. Die DZ Bank schätzt die Sparquote 2022 auf etwa elf Prozent, das wäre etwas höher als 2019. Die Menschen in Deutschland hätten damit je 100 Euro verfügbarem Einkommen 11 Euro zurückgelegt, obwohl es vielen Haushalten wegen hoher Energie- und Lebensmittelpreise schwerfällt, Geld auf die hohe Kante zu legen.

Volkswirte waren zunächst davon ausgegangen, dass die Sparquote 2022 nach Aufhebung von Corona-Beschränkungen noch deutlicher zurückgehen würde, weil viele Menschen aufgeschobenen Konsum nachholen. Doch der russische Angriff auf die Ukraine und die damit verbundenen Preissteigerungen ließen das Konsumklima einbrechen. "Der für die Zeit im Anschluss an die Corona-Krise erhoffte kräftige Post-Corona-Konsum, mit dem die privaten Haushalte ihre Entbehrungen während der Pandemie nachholen, fällt also erst einmal flach", heißt es in der DZ-Bank-Analyse.

Kurseinbrüche sorgten für Rückgang des Geldvermögens

Bei Aktien und Fonds mussten die Haushalte im vergangenen Jahr teils erhebliche Verluste verkraften, wie es in der Studie weiter heißt. Zur Jahresmitte 2022 hatten Kursverluste sogar zu einem Rückgang des Geldvermögens um 1,8 Prozent auf 7,7 Billionen Euro geführt; die vom Ukraine-Krieg und der Energiekrise hervorgerufenen Kurseinbrüche konnten bis Jahresende nur zum Teil aufgeholt werden.

Die DZ Bank blickt aber optimistisch in die Zukunft: "Mit der voraussichtlich im Frühjahr einsetzenden wirtschaftlichen Erholung und dem Abklingen der energiepreisgetriebenen Inflation hellen sich die Perspektiven 2023 aber wieder auf", hieß es. "Das dürfte sich positiv an den Aktienbörsen niederschlagen und den Vermögenszuwachs unterstützen."

Die Sparneigung werde nicht nachlassen, hinzu kämen die tendenziell weiter steigenden Zinsen. "Das sollte das Geldvermögen 2023 wieder spürbar kräftiger wachsen lassen." Neueste offizielle Zahlen zur Entwicklung der Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland werden im Frühjahr von der Deutschen Bundesbank erwartet. Sowohl die Bundesbank als auch die DZ Bank berücksichtigen in ihren Auswertungen Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Keine Angaben gibt es jeweils über die Verteilung der Vermögen.

frm/AFP/dpa-AFX
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