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Gazprom Germania "Wir müssen uns für das Szenario wappnen, dass gar nichts mehr geht"

Der erfahrene Energiehändler Egbert Laege soll als neuer Chef der früheren Gazprom-Tochter Deutschland mit Energie versorgen – und Chaos verhindern. Er rechnet mit dem Schlimmsten.
aus manager magazin 8/2022
Mangelverwalter: Der Chef der Ex-Deutschland-Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, Egbert Laege, bereitet sich auf das Schlimmste vor, verliert aber dennoch nicht seinen Optimismus

Mangelverwalter: Der Chef der Ex-Deutschland-Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, Egbert Laege, bereitet sich auf das Schlimmste vor, verliert aber dennoch nicht seinen Optimismus

Foto: Jeibmann Photographik

Egbert Laege (57) hatte vergleichsweise wenig Zeit, sich auf seinen neuen Job vorzubereiten. "Ich habe am 7. April einen Anruf bekommen – und vier Stunden später war ich im Dienst." Und ist das seither praktisch permanent, so an die 100 Stunden pro Woche, schätzt er. Laeges neuer Job: Er ist einer der Chef-Gasversorger Deutschlands. Offiziell: Geschäftsführer der neuen Firma Securing Energy for Europe (Sefe), über Jahrzehnte besser bekannt als Gazprom Germania. Rund 20 Prozent der Gasversorgung des Landes hängen von Laege ab.

Seine Aufgabe ist es, den Fabriken und Menschen ausreichend Energie zu liefern – damit im nächsten Winter kein Chaos ausbricht. "Wenn Russland die Gaslieferungen komplett stoppt, ist es sehr ambitioniert, die Gasspeicher bis zum 1. November noch zu 90 Prozent zu befüllen", sagt er. "Wir müssen uns in jedem Fall für das Szenario wappnen, dass gar nichts mehr geht." Es ist ein Wettrennen gegen die Zeit.

Schon die Umstände von Laeges Ernennung waren dramatisch. Über Gazprom Germania floss seit 1990 russisches Gas nach Deutschland. Ende März stieß der russische Staatskonzern Gazprom seine Deutschland-Tochter jedoch ab – ohne Vorwarnung. Als neuen Eigner hatte der Kreml einen Moskauer DJ ohne jegliche Erfahrung im Energiegeschäft vorgesehen, um Chaos auf dem Energiemarkt zu stiften, wie Wirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) in den Wochen nach dem Drama preisgab. Aufgrund der Sanktionen stockten die Gaslieferungen aus Russland, es wurde eng für Gazprom Germania. Die Bundesregierung bewahrte die Firma schließlich mit einem KfW-Darlehen bis zu 9,8 Milliarden Euro vor der Insolvenz. Und musste schnellstens einen Experten finden, um die Lage zu beruhigen.

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