Mittwoch, 19. Juni 2019

Regierungsflieger-Panne in Berlin-Schönefeld "Besatzung hat Schlimmeres verhindert"

Bombardier Global 5000: Der Regierungsflieger hatte zum Zeitpunkt des Unfalls keine Passagiere an Bord
Ingo Wagner/ DPA
Bombardier Global 5000: Der Regierungsflieger hatte zum Zeitpunkt des Unfalls keine Passagiere an Bord

Der Jet der Bundeswehr-Flugbereitschaft ist nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nur knapp einem Unglück entgangen. Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", sagte von der Leyen am Dienstag.

Der Jet vom Typ Global 5000 war am Morgen nach einer Funktionsstörung kurz nach dem Start umgekehrt und hat auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld Probleme bei der Landung gehabt. "Die Maschine hatte mit beiden Tragflächen Bodenberührung. Eine kontrollierte Landung war nicht mehr möglich", sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Dienstag in Berlin.

"Es waren keine Passagiere an Bord", sagte der Sprecher. Die Crew werde in einem Bundeswehrkrankenhaus medizinisch untersucht. Ob es Verletzte gab, blieb unklar. Das Flugzeug ist den Angaben zufolge vom Typ Global 5000 des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier, mit dem auch Regierungsmitglieder reisen. An Bord habe sich kein Politiker befunden, hieß es.

Das Flugzeug war nach den Worten des Luftwaffensprechers in Schönefeld für eine Wartung gewesen. Es war eigentlich auf dem Weg nach Köln, wo es stationiert ist. Warum das Flugzeug kehrtmachen musste, blieb unklar. Der Sprecher sprach zunächst nur von Funktionsstörungen.

Massive Beeinträchtigung des Flugverkehrs

Die verunglückte Landung hat zu massiven Beeinträchtigungen des Flugverkehrs geführt. Inzwischen ist der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden. Verzögerungen seien aber weiterhin möglich, teilte der Berlin Airport Service am Dienstagmittag via Twitter mit. Reisende sollten die Informationen vor Ort berücksichtigen.

Die Flugbereitschaft hat 14 teils recht alte Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Zuletzt gab es immer wieder Pannen bei Auslandsreisen deutscher Politiker.

Ende Februar saß Außenminister Heiko Maas in Mali fest, im Januar war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien betroffen, kurz davor Entwicklungsminister Gerd Müller in Afrika. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gab im Februar die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag.

Die Luftwaffe verfügt über vier Maschinen des Typs Global 5000. Die Cityjets werden auf Kurz- und Mittelstrecken für den parlamentarischen und politischen Flugbetrieb eingesetzt. Sie bieten Platz für bis zu 13 Passagiere. Die Besatzung besteht üblicherweise aus drei Mitgliedern.

mg/dpa-afx, afp

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