Bayern beschließt Pflicht zu FFP-2-Masken Söder bringt Impfpflicht für Pflegekräfte ins Spiel

In bayerischen Geschäften, Bussen und Bahnen müssen Bürger künftig FFP2-Masken mit Filter tragen. Ministerpräsident Markus Söder regt außerdem eine Impfpflicht für Pflegekräfte an.
"Keine Mangelware": Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit FFP2-Maske

"Keine Mangelware": Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit FFP2-Maske

Foto: Peter Kneffel / dpa

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

Der Handelsverband Bayern begrüßte den "logischen Schritt". Von einem "Türöffner, den Einzelhandel wieder zu öffnen" sprach Geschäftsführer Bernd Ohlmann. Dadurch werde Einkaufen sicherer. "Das ist genau das, was wir brauchen." Allerdings habe der Handel sich einen längeren Vorlauf von der Ankündigung bis zur Umsetzung gewünscht. Er erwarte einen "heißen Montag" mit teils hitzigen Diskussionen mit Kunden, wenn diese ohne FFP2-Maske nicht mehr in die Geschäfte gelassen würden. Der Handel werde jedenfalls aus eigenem Interesse strikt auf die Einhaltung achten.

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden". Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz": "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken."

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben - fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Insbesondere warnte der CSU-Vorsitzende vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit "einem Wettlauf gegen die Zeit". "Die Mutationen bereiten uns Sorge."

Söder wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren. Berufsverbände der Pflegebranche und das Rote Kreuz bezeichneten eine solche Pflicht als falschen Weg. Die Impfung müsse freiwillig bleiben. Um sie durchzusetzen, sei Aufklärung nötig.

ak/DPA
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