Parteispenden Familie Quandt spendet auch der FDP

Nach der verlorenen Bundestagswahl hat die FDP eine Großspende erhalten. Wie im Fall der Regierungspartei CDU steht dahinter die Industriellenfamilie Quandt. Bei den Liberalen dürften die BMW-Eigner leichter vertreten können, dass sie keine Gegenleistung erwarten.
Großzügige Parteispender: Stefan und Johanna Quandt, Susanne Klatten (v.l.)

Großzügige Parteispender: Stefan und Johanna Quandt, Susanne Klatten (v.l.)

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa

Berlin - Neben der CDU hat auch die FDP nach der Bundestagswahl eine hohe Spende von der Quandt-Familie erhalten. Auf der Internetseite des Bundestages wurde am Donnerstag mitgeteilt, dass die nicht mehr im Bundestag vertretene Partei von Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten insgesamt 210.000 Euro erhielt. Die drei Familienmitglieder halten zusammen 46,7 Prozent am Autobauer BMW , außerdem gehören ihnen der Spezialchemiekonzern Altana, hohe Anteile am Windanlagenbauer Nordex und dem Kohlefaserhersteller SGL , dessen Aufsichtsrat Klatten führt.

Die FDP bestätigte auf Anfrage den Eingang der Spende. Demnach flossen 150.000 Euro an die Bundespartei und 60.000 Euro an den hessischen Landesverband. Die Spende ging am 9. Oktober ein, wie auch die "Passauer Neue Presse" vorab berichtete.

Die CDU war am 9. Oktober - also zwei Wochen nach der Bundestagswahl - mit 690.000 Euro von Quandt und ihren Kindern bedacht worden. SPD, Linke und Grüne hatten beim Bekanntwerden der CDU-Spende auf einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Eintreten der Bundesregierung gegen strengere CO2-Vorgaben für Autos in der EU verwiesen. Die Bundesregierung verwahrte sich gegen Verdächtigungen, durch große Parteispenden politisch beeinflussbar zu sein.

Im Fall der FDP dürfte die Argumentation der Quandts leichter verfangen, aus purer Verbundenheit mit den Parteien und ohne Erwartung einer Gegenleistung gespendet zu haben. Im Bund sind die liberalen Amtsträger wie Wirtschaftsminister Philipp Rösler nur noch geschäftsführend bis zur Bildung einer neuen Regierung im Amt. In Hessen hat die mit 5,0 Prozent der Stimmen im Landtag gebliebene Partei allenfalls eine geringe Chance auf Beteiligung an der künftigen Landesregierung - in einer rot-grün-gelben Koalition, die der Landesverband vor der Wahl vehement ausgeschlossen hatte.

ak/dpa
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