Freitag, 13. Dezember 2019

Diesel-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts In diesen Städten drohen die ersten Fahrverbote

2. Teil: Stuttgart: Die Mooswand reicht nicht aus

Demonstration in Stuttgart: Die Stadt installiert Mooswände gegen die Feinstaub-Belastung

Baden-Württembergs Landeshauptstadt ist der Brennpunkt der Diesel-Krise. Stuttgart ist die Hauptstadt der deutschen Autoindustrie als Sitz von Daimler Börsen-Chart zeigen, Porsche, Bosch und zahlreichen weiteren Zulieferern. In keiner der 15 größten Städte haben Autos einen so hohen Anteil am Verkehr. Die Luftmessstation am viel befahrenen Neckartor ist berühmt für ihre schlechten Werte. Die Stadt in ihrer Talkessellage meldet regelmäßig Feinstaubalarm.

Zugleich ist Stuttgart auch eine Hochburg der Ökobewegung. Ein grüner Ministerpräsident, ein grüner Verkehrsminister und ein grüner Oberbürgermeister versuchen, Fahrverbote abzuwenden, zum Beispiel mit einer Mooswand am Neckartor, die Feinstaub binden soll. Doch das Verwaltungsgericht Stuttgart erklärte bereits im vergangenen Juli den Luftreinhalteplan der Stadt für unzureichend. Fahrverbote sind nach dem Urteil zwingend. Laut Oberbürgermeister Fritz Kuhn dauert es etwa ein halbes Jahr, bis das Land einen neuen Luftreinhalteplan beschließt.

NO2-Belastung im Jahresmittel 2017 laut Umweltbundesamt: 73 Mikrogramm pro Kubikmeter (2016: 82 Mikrogramm; Grenzwert: 40 Mikrogramm)

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