Nachfolger für Soffin-Chef Pleister Ex-Dresdner-Chef Walter dürfte oberster Bankenretter werden

Soffin-Chef Christopher Pleister scheidet zum Jahresende aus, Nachfolger dürfte Herbert Walter werden. Mit dem Ex-Dresdner-Bank-Chef könnte der Bankenrettungsfonds viel von seiner Eigenständigkeit bewahren, sagen Insider.
Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter (mit Commerzbank-Lenker Martin Blessing und Allianz-Oberstem Michael Diekmann, v.l.): Als die Coba sein Institut schluckte, schied er aus

Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter (mit Commerzbank-Lenker Martin Blessing und Allianz-Oberstem Michael Diekmann, v.l.): Als die Coba sein Institut schluckte, schied er aus

Foto: A3399 Arne Dedert/ dpa

Berlin/Frankfurt am Main - Vor sechs Jahren saß er noch als Bittsteller beim Bankenrettungsfonds Soffin mit am Tisch, nun soll Herbert Walter den Fonds in die Zukunft führen. Der 61-Jährige, bis zur Übernahme durch die Commerzbank  Vorstandschef der Dresdner Bank, soll am Mittwoch zum neuen Chef der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) ernannt werden, wie drei mit den Plänen der Bundesregierung vertraute Personen sagten.

Der Oberbayer tritt damit in die Fußstapfen von Christopher Pleister, der seit 2011 an der Spitze des Soffin gestanden hatte und sich in zwei Wochen in den Ruhestand verabschiedet.

In den vergangenen Jahren hatte sich Walter als Unternehmensberater verdingt. Als Aufsichtsratschef der österreichischen Krisenbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) war er nach wenigen Monaten im Oktober wieder zurückgetreten.

Das Bundeskabinett will sich am Mittwoch mit der Personalie befassen. Die Zeit drängt, denn ohne den 66-jährigen Pleister wäre der Soffin vom 1. Januar an führungslos. Sein Kollege Karlheinz Weimar war im Sommer aus dem Führungsgremium der FMSA ausgeschieden, der Wirtschaftsprüfer Günter Borgel allein darf den Bankenrettungsfonds nicht führen.

Insider: Soffin erhält sich relativ große Selbstständigkeit

Weimars Posten soll nach Insider-Informationen die 41 Jahre alte Investmentbankerin Jutta Dönges übernehmen. Die vierfache Mutter verantwortete bei der schwedischen Bank SEB  zuletzt das Geschäft mit der Unternehmensfinanzierung in Deutschland. Die FMSA und die Bundesregierung wollten sich nicht äußern.

Walter hatte von 2003 an an der Spitze der Dresdner Bank gestanden und gehörte dem Vorstand der Eigentümerin Allianz  an. Nach der Übernahme durch die Commerzbank sollte er auch in deren Vorstand einziehen, verzichtete aber auf den Posten und seinen Millionenbonus, nachdem seine Bank einen Milliardenverlust mit in die Fusion brachte. Dies war ein Grund, weshalb die fusionierte Commerzbank mit letztlich 18,2 Milliarden Euro Staatsgeld vom Soffin aufgefangen werden musste.

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds hält immer noch 17 Prozent an der Commerzbank. Soffin-Gelder stecken auch in der Hypo Real Estate (HRE) und im WestLB-Nachfolger Portigon.

Die in Frankfurt ansässige FMSA ist auch für die Erhebung der Bankenabgabe zuständig und beaufsichtigt die staatlichen "Bad Banks" der ehemaligen WestLB und der HRE, EAA und FMS Wertmanagement. 2015 bekommt sie eine weitere Aufgabe: Die FMSA soll die Abwicklung maroder Banken in Deutschland koordinieren. Dabei soll sie enger an die Finanzaufsicht Bafin angelehnt werden. In Walters Berufung sehen Insider aber ein Signal, dass sich die Anstalt dabei relativ große Selbstständigkeit erhalten kann.

ts/rtr