Mittwoch, 13. November 2019

Ab 2020 drohen höhere Strompreise EEG-Umlage steigt um mehr als 5 Prozent

Stromtrasse in Erfurt: Die EEG-Umlage macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus
BILD 13 / IMAGO
Stromtrasse in Erfurt: Die EEG-Umlage macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Strompreise einstellen. Ein wichtiger Bestandteil des Preises, die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland, soll im kommenden Jahr um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Das gaben die Betreiber der großen Stromnetze am Dienstag bekannt. Für das Jahr 2019 liegt die Umlage bei 6,405 Cent. Sie war zweimal in Folge gesunken.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW nannten als einen Grund für die höhere Umlage die Entwicklung des sogenannten EEG-Kontos. Dieses sei zwar zum 30. September mit 2,2 Milliarden Euro im Plus gewesen. Da der Kontostand aber rund 40 Prozent niedriger sei als im Vorjahr, führe dies zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.

Die EEG-Umlage macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen. Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind Steuern, andere Abgaben und Umlagen sowie Produktionskosten und die Netzentgelte.

Das Vergleichsportal Verivox geht insgesamt von steigenden Strompreisen aus. Neben dem Anstieg der EEG-Umlage zeichneten sich auch bei den übrigen Strompreisbestandteilen Erhöhungen ab, sagte Energieexperte Valerian Vogel.

Ab 2021 soll EEG-Umlage wieder sinken

Die Netzentgelte, die ebenfalls rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, werden laut Prognose im kommenden Jahr auch ansteigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahresniveau. "Verbraucher in Deutschland müssen sich daher zum kommenden Jahr erneut auf Strompreiserhöhungen einstellen", so Vogel. Schon heute zahlten Verbraucher in Deutschland europaweit neben den Dänen die höchsten Strompreise.

Die Bundesregierung plant im Gegenzug zu einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr und Gebäude Entlastungen beim Strompreis. Die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms soll ab 2021 in einem ersten Schritt um 0,25 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden und dann weiter verringert werden. Die Koalition will dadurch besonders Familien und kleine und mittelständische Firmen entlasten.

Besonders stromintensive Unternehmen sind von einem Teil der Umlage weitgehend befreit, weshalb die anderen Verbraucher einen entsprechend höheren Kostenanteil tragen müssen. Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt.

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr kritisierte: "Kein anderes Land gibt so viel Geld für Klimamaßnahmen aus und erreicht dabei so wenig. Seit 19 Jahren erkauft das EEG Klimaschutz zu einem viel zu hohen Preis. Zahlen müssen ihn vor allem die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen." Dies sei weder gerecht noch wirtschaftlich. Die FDP fordere daher die Abschaffung des EEG und der EEG-Umlage.

Die Hauptgeschäftsführerin des Kommunalverbandes VKU, Katherina Reiche, sagte, die im Klimaschutzprogramm vereinbarte Reduzierung der EEG-Umlage sei ein Tropfen auf den heißen Stein, der sofort verdampfe. Um die Stromkunden wirklich zu entlasten, sei dringend eine Überprüfung der Abgaben, Umlagen und Steuern im Energiebereiche notwendig.

mg/dpa

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