Hohe Preise wirken Gasverbrauch in Deutschland sinkt deutlich

Ein milder Frühling, die wirtschaftliche Eintrübung und Energiesparappelle haben dazu geführt, dass der Gasverbrauch in Deutschland in den ersten fünf Monaten merklich gesunken ist. Wichtigster Grund für diese Entwicklung dürfte jedoch der hohe Gaspreis sein.
Sparappelle wirken: Der Gasverbrauch reduzierte sich besonders im Mai stark

Sparappelle wirken: Der Gasverbrauch reduzierte sich besonders im Mai stark

Foto: Dirk Sattler / imago images/Dirk Sattler

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich weniger Gas verbraucht als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bundesweit lag der Verbrauch zwischen Januar und Mai bei rund 460 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Gas, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach 14,3 Prozent weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

Neben der milden Witterung im Frühjahr seien auch die hohen Gaspreise ein wesentlicher Grund dafür, hieß es in der Mitteilung. Denn auch bereinigt um Temperatureffekte lag der Rückgang im Vorjahresvergleich laut dem Verband noch bei knapp 6,5 Prozent. "Es ist davon auszugehen, dass der Gasverbrauch vor allem aufgrund der steigenden Gaspreise zurückgeht. Aber auch die wirtschaftliche Eintrübung, Appelle zum Energiesparen oder persönlich motivierte Einspareffekte spielen eine Rolle", so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

"Besonders deutlich war der Rückgang im Monat Mai, hier lag der Verbrauch um mehr als ein Drittel niedriger als im Mai 2021", teilte der BDEW weiter mit. "Appelle zum Energiesparen oder persönlich motivierte Einspareffekte spielen eine Rolle."

Deutlich rückläufig ist auch die Stromerzeugung aus Erdgas: So lag die Gasverstromung in den ersten fünf Monaten dieses Jahres laut der Verbandsmitteilung mit 37 Milliarden kWh ebenfalls um bislang 14,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Nur im Mai 2022 erzeugten Gaskraftwerke trotz der aktuell hohen Gaspreise geringfügig mehr Strom als im Mai 2021, dies allerdings vor dem Hintergrund geringerer Einspeisungen aus erneuerbaren Energien sowie dem Umstand, dass in den vergangenen zwölf Monaten infolge des Kernenergie- und Kohleausstiegs über zwölf Gigawatt installierte Leistung stillgelegt wurden. Insgesamt ist der Gasverbrauch für die Stromerzeugung im Vergleich zu anderen Anwendungen jedoch eher nachrangig. 2021 entfielen hierauf 12 Prozent des gesamten Gasverbrauchs.

hr/dpa-afx
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