Hilfe bei Energiekosten Mehr als 3200 Unternehmen stellten bereits Anträge für Zuschüsse

Die Bundesregierung möchte besonders energie- und handelsintensive Unternehmen in der aktuellen Krise unterstützen. Tausende Firmen haben deshalb seit Mitte Juli Anträge gestellt, erst 24 davon wurden positiv beschieden.
Staatliche Hilfe auch für kleinere Unternehmen?: Verkäuferin in einer sparsam beleuchteten Bäckerei

Staatliche Hilfe auch für kleinere Unternehmen?: Verkäuferin in einer sparsam beleuchteten Bäckerei

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Mehr als 3200 Anträge haben Firmen seit Mitte Juli an die Bundesregierung gestellt, um Zuschüsse zu gestiegenen Energiekosten zu erhalten. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Julia Klöckner (49) hervor. Die Anfrage bezieht sich auf Zuschüsse aus dem sogenannten Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP), mit dem die Bundesregierung besonders energie- und handelsintensive Unternehmen vor der Pleite bewahren will.

Laut der Antwort des Wirtschaftsministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, haben bislang 586 Firmen insgesamt 3208 Anträge gestellt. 2548 Unternehmen hätten sich mit Stand vom 7. September 2022 auf dem Onlineportal des EKDP registriert. "Aufgrund der notwendigen Überprüfung der Nachweise und der zum Teil unvollständigen oder fehlerhaften Anträge" seien bislang aber erst 24 Anträge von 4 Unternehmen positiv beschieden worden. Pro Fördermonat könnten die Firmen einen Antrag stellen. Ablehnungen seien bis dato nicht erteilt worden. In den kommenden Wochen erwarte das Ministerium eine "deutliche Steigerung dieser Zahlen", heißt es weiter.

Das Zuschussprogramm war am 15. Juli gestartet, nachdem die EU grünes Licht gegeben hatte. Demnach darf Deutschland energieintensive Unternehmen mit bis zu fünf Milliarden Euro Staatshilfe unterstützen. Mit den Zuschüssen, die die Firmen nicht zurückzahlen müssen, sollen Kostensteigerungen zumindest teilweise gedämpft werden. Die Bundesregierung will damit Pleiten bei Firmen vermeiden, die besonders viel Energie verbrauchen, da die Preise angesichts des Kriegs in der Ukraine stark gestiegen sind.

Energiekostendämpfungsprogramm wird auch für kleine und mittlere Unternehmen geöffnet

Wirtschaftsminister Robert Habeck (53; Grüne) hatte diesen Donnerstag angekündigt, das Energiekostendämpfungsprogramm auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) öffnen zu wollen. Die Maßgabe, das ein Unternehmen viel Handel treiben müsse, um zu profitieren, solle wegfallen. Davon würden vor allem Mittelständler profitieren, hieß es ergänzend aus seinem Ministerium.

Die Unterstützung solle nicht auf bestimmte Branchen begrenzt sein, sagte Habeck. Kriterien, um von den Hilfen zu profitieren, könnten zum Beispiel der Anteil der Energiekosten am Produkt oder am Umsatz sein.

hr/dpa-afx
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