Bundeswirtschaftsministerium Verkauf von Chip-Fabrik Elmos an China wird geprüft

Eine Woche vor der Asien-Reise von Kanzler Olaf Scholz, kommen verschiedene China-Deals auf den Prüfstand. Aktuell läuft zu dem geplanten Verkauf einer Chip-Fabrik ein Investitionsprüfverfahren.
Umstrittene China-Geschäfte: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck prüft

Umstrittene China-Geschäfte: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck prüft

Foto: Markus Schreiber / AP

Die Bundesregierung hat offiziell bestätigt, dass zum geplanten Verkauf einer Chip-Fabrik des Dortmunder Unternehmens Elmos an ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics ein Investitionsprüfverfahren läuft. Am Donnerstag hatte das "Handelsblatt" berichtet, die Bundesregierung möchte die Übernahme voraussichtlich zulassen.

Ein Sprecher des zuständigen Ministeriums von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53; Grüne) sagte am Freitag in Berlin, die Prüfung einer möglichen Übernahme der Elmos Semiconductor an die schwedische Firma Silex, eine Tochterfirma des chinesischen Sai-Konzerns, werde "rechtzeitig abgeschlossen".

Elmos hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, seine Waferfertigung in Dortmund für insgesamt rund 85 Millionen Euro an den schwedischen Wettbewerber Silex verkaufen zu wollen. Elmos entwickelt, produziert und vertreibt Halbleiter vornehmlich für den Einsatz im Auto.

Dem Vernehmen nach prüft das Bundeswirtschaftsministerium aktuell noch weitere geplante Investitionen, bei denen es um einen Erwerb durch chinesische Firmen oder ihre Tochtergesellschaften geht. Regierungssprecher Steffen Hebestreit (50) sagte, das Bundeskanzleramt habe erst am Donnerstag aus den Medien von dem geplanten Geschäft in Dortmund erfahren. Bundeskanzler Olaf Scholz (64; SPD) reist in der kommenden Woche nach China.

Streit um Cosco-Einstieg in Hamburg

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, dass der chinesische Staatskonzern Cosco nur einen Anteil unterhalb von 25 Prozent an dem Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen erwerben darf – statt wie geplant 35 Prozent. Viele Ressorts waren aber aus Sicherheitsbedenken für eine vollständige Untersagung des Geschäfts.

Im Zuge dessen wurde bekannt, dass Cosco seine Beteiligung an einem geplanten Containerterminal im Duisburger Hafen aufgibt. Die 30-prozentige Beteiligung der Chinesen an der Investitions- und Betreibergesellschaft des im Bau befindlichen "Duisburg Gateway Terminal" (DGT) sei bereits im Juni auf die Duisburg Hafen AG übergegangen, teilte Duisport ebenso am Mittwoch mit. Über die Gründe für den Ausstieg wurde Stillschweigen vereinbart.

hr/dpa
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