Kurz vor dem Autogipfel Bundesregierung will Kaufprämie für Elektroautos deutlich anheben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im VW-Werk Zwickau beim Produktionsstart des Elektroautos ID 3: "Wir werden als Bund erhebliche Anstrengungen übernehmen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im VW-Werk Zwickau beim Produktionsstart des Elektroautos ID 3: "Wir werden als Bund erhebliche Anstrengungen übernehmen"

Foto: DPA

Die Bundesregierung will die Kaufprämie für Elektroautos um 50 Prozent erhöhen. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro solle sie auf 6000 Euro angehoben werden, heißt es in einem Regierungspapier, das der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

Für sogenannte Plug-In-Hybride soll die Prämie in dieser Preisklasse von derzeit 3000 auf 4500 Euro steigen. Für Autos über 40.000 Euro soll sie um 25 Prozent auf 5000 beziehungsweise 4000 Euro klettern.

Damit soll das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 rund 10 Millionen elektrisch angetriebenen Autos auf der Straße zu haben, beschleunigt werden. Der Bund will die Autoindustrie dafür gewinnen, dass diese weiter wie bisher die Hälfte des Betrages zahlt.

Merkel will sich für schnelleren Ausbau der Ladepunkte einsetzen

Dies soll auch Thema beim Autogipfel im Kanzleramt am Montagabend sein. Bei dem Treffen wollen Politiker, Branchenvertreter und Gewerkschafter auch einen konkreten Plan für ein höheres Tempo beim Ausbau des Elektroauto-Ladenetzes diskutieren. Ein flächendeckendes Netz gilt als wichtige Voraussetzung dafür, dass E-Autos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich dafür einsetzen, dass der bisher schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland zügiger vorankommt. "Wir werden als Bund erhebliche Anstrengungen übernehmen", sagte die CDU-Politikerin bei der Eröffnung der Produktionslinie des neuen VW-Elektromodells ID.3 in Zwickau.

"Wir glauben, dass wir das politisch flankieren müssen", meinte Merkel mit Blick auf das Thema. Aber auch die Auto- und die Energieindustrie seien gefordert. In den nächsten Jahren werde der Bund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Mehr Ladepunkte und Kaufanreize für E-Autos seien zwei wesentliche "Schrauben", an denen man drehen müsse, damit der E-Mobilität in Deutschland der Durchbruch gelingen könne.

"Wir wissen: Wir müssen schneller werden", sagte die Kanzlerin. "Die Genehmigungsprozesse für Ladeinfrastruktur dürfen nicht ein oder zwei Jahre dauern." Auch für private Ladestationen müsse man über eine Anschubfinanzierung nachdenken. Das bisherige System der Kaufprämien für Autos mit alternativen Antrieben habe sich bewährt und werde laut den Beschlüssen zum Klimapaket aber ab 2021 für Autos mit Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantrieb verlängert.

mg/rtr, dpa-afx