Dienstag, 17. September 2019

EEG-Umlage Offenbar Kompromiss bei Ökostrom-Rabatten in Sicht

Eckpunktepapier: So will Sigmar Gabriel die Energiewende retten
DPA

Im Streit zwischen Bundesregierung und EU-Kommission um milliardenschwere Ökostrom-Rabatte ist offenbar eine Einigung in Sicht: Energieintensive Unternehmen sollen demnach 20 Prozent der regulären Umlage zahlen - allerdings mit Deckel.

Berlin - So könnten deutsche Firmen, die besonders viel Strom verbrauchen, künftig mit 20 Prozent der regulären Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) belastet werden, berichtet das "Handelsblatt". Zugleich solle aber die absolute Höhe der Belastung bei 2,5 Prozent der Bruttowertschöpfung eines Unternehmens gedeckelt worden.

Firmen, die in bestehenden eigenen Kraftwerken selbst Strom für ihre Fabriken produzieren, sollen außerdem im Grundsatz weiter von der EEG-Umlage befreit bleiben, hieß es aus Verhandlungskreisen. Eine endgültige Einigung zwischen EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) wird in den nächsten Tagen erwartet.

Knapp 2100 deutsche Unternehmen erhalten 2014 Vergünstigungen im Wert von 5,1 Milliarden Euro bei den Kosten für den Ökostrom-Ausbau. Firmen mit sehr hohem Stromverbrauch zahlen nur 0,05 Cent Ökostrom-Umlage pro Kilowattstunde, die Bürger aber 6,24 Cent.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) plant Almunia, insgesamt 65 Industriezweigen auch künftig eine Sonderbehandlung einzuräumen. Ein entsprechender Entwurf liste neben den Aluminium-, Stahl- und Zinkproduzenten unter anderem Sägemühlen sowie Fruchtsaft-, Plastik-, Papier- und Zementhersteller auf.

ts/dpa-afx

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