Mittwoch, 16. Oktober 2019

Erneuerbare Energien Kostenexplosion beim Ökostrom gestoppt

Schwaches Windjahr: Die Ökostrom-Kosten stagnieren auch, weil die Rotoren weniger Strom produzierten

Erstmals könnte die EEG-Umlage im kommenden Jahr für die Verbraucher sinken. Der Grund: 2013 haben die Betreiber von Ökostrom-Anlagen weniger Geld von den Netzbetreibern bekommen. Das EEG-System fuhr deshalb einen Milliardenüberschuss ein.

Hamburg - In den vergangenen Jahren kannten die Ausschüttungen für Ökostrombetreiber nur eine Richtung - nach oben. Im Jahr 2010 zahlten die Netzbetreiber 12,3 Milliarden Euro aus, 2011 waren es 16,1 Milliarden und 2012 belief sich die Summe schließlich auf 20,1 Milliarden Euro - für die Akzeptanz der Energiewende eine unheilvolle Entwicklung.

Nun sind die Ausgaben erstmals überraschend wieder zurückgegangen. Im Jahr 2013 haben die Netzbetreiber nur noch 19,3 Milliarden Euro an die Betreiber von Solaranlagen, Windrädern oder Biogasanlagen bezahlt. Das geht aus der aktuellen Kontenübersicht zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2013 hervor, die die Netzbetreiber jetzt im Internet veröffentlicht haben. Die Zahlen haben vorläufigen Charakter.

Unterm Strich sind die Kosten für die Ökostromförderung dennoch leicht gestiegen - laut Transnet BW um 170 Millionen Euro. Denn den Auszahlungen an die Ökostromer in Höhe von 19,3 Milliarden Euro stellen die Netzbetreiber die Einnahmen entgegen, die sie mit dem Strom beim Weiterverkauf am Markt erzielen. Und diese sind im Vergleich zu 2012 deutlich gesunken - weil der Börsenpreis im Keller ist und weil vor allem Windmüller ihren Strom gar nicht mehr von den Netzbetreibern vermarkten lassen, sondern selbst am Markt verkaufen.

Die Netzbetreiber machen für den Kostenstopp unter anderem das Wetter verantwortlich. "Es war kein ausgesprochen gutes Jahr für Solar- und Windenergie", sagte eine Sprecherin von Tennet manager magazin online.

Tatsächlich ist die Strommenge aus erneuerbaren Energien laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2013 nur leicht gewachsen - von 143,5 auf 147,1 Terawattstunden. Das entspreicht einem Anteil von 24,7 Prozent am deutschen Stromverbrauch. Biomasse und Solar legten demnach zu, während Windenergie etwas verlor.

Kostendämpfend wirkt laut Tennet zudem, dass Betreiber von neu gebauten Solaranlagen inzwischen deutlich weniger Geld für ihren Strom bekommen. So wird Elektrizität aus Photovoltaikparks dank der Förderkürzungen nur noch mit knapp zehn Cent vergütet.

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