Entwurf Klimaplan Steuervorteile für reine E-Firmenwagen

Die Bundesregierung will E-Autos weiter fördern. Ab nächstem Jahr sollen Unternehmen den Kauf dieser Wagen per Sonder-Abschreibung besser von der Steuer absetzen können.
Förderung der E-Mobilität: Ab nächstem Jahr sollen Unternehmen den Kauf dieser Wagen besser von der Steuer absetzen können

Förderung der E-Mobilität: Ab nächstem Jahr sollen Unternehmen den Kauf dieser Wagen besser von der Steuer absetzen können

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Die Bundesregierung will die Förderung der E-Mobilität noch stärker auf rein batterie-getriebene Autos konzentrieren. Ab nächstem Jahr sollen Unternehmen den Kauf dieser Wagen per Sonder-Abschreibung (Afa) besser von der Steuer absetzen können, heißt es im Entwurf des "Klimaschutzprogramm 2022" der Bundesregierung. Hybrid-Autos, die auch mit fossilen Kraftstoff fahren können, sollen davon nicht profitieren. "Von 2023 bis 2026 erfolgt eine Einschränkung der Sonder-Afa auf ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge sowie eine Ausweitung auf alle elektrischen Firmenwagen." Im ersten Jahr nach Kauf kann danach die Hälfte des Wertes des Autos vom zu versteuernden Betrag abgezogen werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (52) hatte bereits angekündigt, er wolle die Kaufprämien ab nächstes Jahr nur noch für rein elektrische Autos und nicht mehr für Hybride auszahlen.

Das Klimaschutz-Sofortprogramm war im Koalitionsvertrag angekündigt und soll Deutschland im Kampf gegen die Erderwärmung wieder auf Kurs bringen. "Das vorliegende Klimaschutz-Sofortprogramm soll sicherstellen, dass die Ziele des 2021 novellierten Bundes-Klimaschutzgesetzes eingehalten werden", heißt es im Entwurf. Es fasst auch zahlreiche bereits vom Kabinett beschlossene Gesetze wie den beschleunigten Ausbau des Ökostroms zusammen. Den Entwurf zufolge soll es Ende Juni oder Anfang Juli vom Kabinett gebilligt werden.

Deutschland hinkt besonders im Verkehrs- sowie Gebäudesektor seinen Zielen aus dem Klimaschutzgesetz hinterher und läuft Gefahr, seine für 2030 eingegangenen Verpflichtungen zu verpassen. Daher will Klimaminister Habeck eine Kurswende erzwingen.

So soll der Schienen-Verkehr mittelfristig gestärkt und neue Strecken gebaut werden. "Die Bundesregierung wird daher mit einer Erhöhung der mittelfristigen Finanzlinie auf drei Milliarden Euro pro Jahr bis 2027 den Rahmen für den notwendigen, beschleunigten Kapazitätsausbau (...) vorantreiben", heißt es weiter. Ziel ist die Verdopplung der Passagierzahlen bis 2030.

Der Industrie soll sowohl mit Investitionszuschüssen wie auch mit sogenannten Klimaverträgen bei der Umstellung auf klimafreundliche erzeugten Wasserstoff geholfen werden. Mit den Klimaverträgen sollen etwa der Stahlindustrie die Differenzkosten zwischen der Produktion mit Kokskohle und dem teureren Wasserstoff ersetzt werden. "Nach Genehmigung der EU-Kommission, möglichst noch bis Ende 2022, sollen die ersten Klimaschutzverträge geschlossen werden", heißt es im Entwurf.

sio/Reuters
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