Sonntag, 21. Juli 2019

Drei Krisenszenarien Crashtest für das Modell Deutschland

Crashtest: Die Krise ist noch nicht vorbei

Die Bundesregierung erliegt dem Reiz der guten Zahlen. Dabei ist Deutschland schlecht auf kommende Verwerfungen eingestellt. Drei aktuelle Krisenszenarien im Überblick.

Die echten Prüfungen stehen noch bevor. Bislang tut die Regierung Merkel-Gabriel so, als werde der Aufschwung immer weitergehen, mindestens bis 2017 - mehr Jobs, mehr Staatseinnahmen, mehr Verteilungsspielraum. Das ist natürlich eine Illusion, und die Regierenden ahnen es: "Der Test für diese Schönwetterkoalition wird kommen", sagte mir kürzlich ein Mitglied der Bundesregierung. Dann müsse man eben weitersehen.

Strategische Voraussicht und Planung war bislang nicht gerade die Stärke der Kanzlerin Angela Merkel. Deshalb ist zu befürchten, dass auch ihre dritte Regierung keine Krisenpläne in den Schubladen liegen hat. Stattdessen baut sie auf ein Hurra-Deutschland-Szenario - auf einen beschleunigten, selbsttragenden Aufschwung. Und falls es doch anders kommen sollte, verlässt man sich eben auf sein Improvisationstalent.

Mittwoch und Donnerstag trifft sich das Kabinett in Meseberg zur Klausurtagung. Es wäre eine Gelegenheit, die politökonomische Risikoanalyse nachzuholen, die die schwarzroten Regierungsaspiranten bei den Koalitionsverhandlungen im Herbst beharrlich verdrängt hatte.

Vor allem drei Entwicklungen könnten 2014 die deutsche Ruhe empfindlich stören.

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