DIW-Analyse Familiensplitting der Union verschlingt Steuermilliarden

Teuer, sozial ungerecht und Gift für die Karriere von Müttern: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht mit den Plänen von Union und FDP für ein Familiensplitting hart ins Gericht.
Pläne zur Familienförderung: Spitzenverdiener profitieren laut DIW unverhältnismäßig stark

Pläne zur Familienförderung: Spitzenverdiener profitieren laut DIW unverhältnismäßig stark

Foto: Friso Gentsch/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Pläne der Union für eine stärkere steuerliche Förderung von Familien stoßen nach einem Zeitungsbericht beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auf harsche Kritik. Sie kosteten Milliarden, bevorzugten Gut- und Spitzenverdiener und hielten Frauen davon ab, nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückzukehren, zeigt eine DIW-Studie, über die die "Süddeutsche Zeitung" zuvor berichtete.

In ihrem Wahlprogramm spricht sich die Union - wie die FDP - dafür aus, das Ehegattensplitting zu einer Art Familiensplitting weiterzuentwickeln. Sie wollen den steuerlichen Grundfreibetrag für Kinder anheben. Die CDU/CSU verspricht zudem eine Erhöhung des Kindergelds.

Das DIW hat in seinem neuen Wochenbericht das Konzept der Union näher untersucht. Demnach würden Familien durch die Reform im Schnitt um 700 Euro entlastet. Die Verbesserungen wären jedoch sehr ungleich verteilt: Während Geringverdiener nur 300 Euro mehr im Jahr hätten, kämen Bezieher durchschnittlicher und hoher Gehälter auf bis zu 840 Euro.

Komplett leer gingen Familien aus, die Hartz IV beziehen. Sie profitierten naturgemäß weder vom höheren Freibetrag noch von der Anhebung des Kindergelds, weil Letzteres auf ihre Sozialleistungen angerechnet wird. Zudem würde die Reform die öffentlichen Kassen mit mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr belasten.

mahi/dpa
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