Sonntag, 13. Oktober 2019

Dirty Diesel So wollen Großstädte Diesel-Fahrverbote abwenden

5. Teil: Stuttgart: 25 Millionen Euro für die Luftreinhaltung bis 2019

Demonstration in Stuttgart: Die Stadt installiert Mooswände gegen die Feinstaub-Belastung

Baden-Württembergs Landeshauptstadt kämpft seit Jahren mit hoher Luftverschmutzung - bislang noch ohne durchschlagenden Erfolg. Dabei gelten in der Stadt seit Jahren ein Lkw-Durchfahrtsverbot und Tempo 40 auf mehreren besonders steilen Strecken.

Von möglichen Fahrverboten ist die Stadt deshalb wohl als eine der ersten bedroht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor Chaos gewarnt, falls Baden-Württemberg Diesel-Fahrverbote in Eigenregie umsetzen muss. Das Land könne Verbote kaum durchsetzen. Polizisten müssten dann einzelne Kfz-Scheine kontrollieren, um zu sehen, um was für Fahrzeuge es sich genau handele. "Dann gibt es halt Staus bis Heilbronn und Tübingen," so Kretschmann. Seiner Meinung nach solle der Bund eine blaue Plakette einführen . Dann könnte die Einfahrt in die bereits existierenden Umweltzonen für bestimmte Diesel-Fahrzeuge verboten werden.

Um den stadteigenen Luftreinhalteplan besser zu erfüllen und so Fahrverbote abzuwenden, beschleunigt Stuttgart laut Berichten unter anderem die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektroautos. Im Stadthaushalt für 2018 und 2019 sind zusätzliche 25,61 Millionen Euro für Luftreinhalte-Maßnahmen vorgesehen. Damit soll der Nahverkehr mit zusätzlichen Bus- und Stadtbahnlinien ausgebaut werden, auch eine Tarifreform für die Öffi-Tickets ist vorgesehen. Das Geld soll zudem in den Ausbau des Rad- und Fußverkehrs fließen - und in eine bessere "Verkehrsverflüssigung".

Am besonders stark belasteten Neckartor hat die Stadt versuchsweise eine Mooswand installiert, die Feinstaub binden soll. Das Projekt soll bald auf mehrere stark belastete Stellen ausgeweitet werden. Für Stadtverwaltung und Stadtwerke will die Landeshauptstadt Elektroräder- und Roller ankaufen. Auch eine Abwrackprämie für Mopeds und Motorräder mit Zweitaktmotor ist geplant.

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