Sonntag, 25. August 2019

Dirty Diesel So wollen Großstädte Diesel-Fahrverbote abwenden

3. Teil: Hamburg erwägt bereits Fahrverbote für Diesel an zwei Straßen

Luftmeßnetz-Station an Hamburgs Max-Brauer-Allee: Die Hansestadt tauscht alte Diesel-Busse aus

Die Hansestadt zählt bundesweit zu jenen Ballungsräumen mit starker Stickoxid-Belastung. Als Sofortmaßnahme erwägt die Stadt deshalb Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge - allerdings nur an Streckenabschnitten der Max-Brauer-Allee und der Stresemannstraße, wo die Belastung mit Stickstoffdioxid besonders hoch ist.

So steht es im neuen Luftreinhalteplan der Stadt vom vergangenen Jahr. Sollten das Bundesgericht in Leipzig also Fahrverbote als legitimes Mittel zur Luftreinhaltung ansehen, könnte es in Hamburg eine der ersten Durchfahrtsbeschränkungen bundesweit für Dieselfahrzeuge geben. Sperren will Hamburg die Strecken für Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro VI erfüllen.

Wie gut solche Verbote kontrolliert werden können, ist jedoch unklar. Neben partiellen Fahrverboten setzt Hamburg auch noch auf saubereren Nahverkehr. So sollen ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse angeschafft werden. Aktuell mustern die Hamburger Verkehrsbetriebe ältere Dieselbusse aus und kaufen nur mehr Fahrzeuge mit der neuesten Euro-6-Abgasnorm, hieß es in Berichten.

Die ohnedies vergleichsweise gute Ladeinfrastruktur für Elektroautos will Hamburg ausbauen, auch der Anteil der Carsharing-Nutzer soll steigen. Zudem soll das Radwege-Netz dichter werden. Geplant ist auch, zwei Hamburger Verkehrsadern für ältere Diesel-Lkw zu sperren. Ob das reicht, um kurzfristig Fahrverbote abzuwenden, muss sich noch weisen.

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