Sonntag, 25. August 2019

Dirty Diesel So wollen Großstädte Diesel-Fahrverbote abwenden

2. Teil: Berlin: 10-Punkte-Programm gegen Luftverschmutzung

Nebel über Berlins Großem Tiergarten: Ein Zehn-Punkte-Plan soll nun die Luftqualität der Hauptstadt verbessern

Die Bundeshauptstadt liegt an vielen Messpunkten deutlich über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft: Der Berliner Umweltsenat stellte jüngst fest, dass in fast 500 Straßenabschnitten mit einer Gesamtlänge von 60 Kilometern die Grenzwerte überschritten werden. Bekämpft werden soll die Luftverschmutzung nun mit einem Zehn-Punkte-Plan, der beim Berliner Dieselgipfel am 18. Januar präsentiert wurde.

Berlin will etwa Verschrottungsprämien für alte Diesel-Taxis zahlen. Zudem fördert die Stadt künftig Klein- und Mittelbetriebe, die auf Firmenwagen mit Elektroantrieb umsteigen. Tausend neue Elektroauto-Ladepunkte sollen errichtet werden, das Radwegenetz wird ausgebaut - und billigere Jobtickets sollen Berliner zum Umstieg auf die Öffis bewegen. Zudem wird der Fuhrpark des Landes Elektrifiziert: Die Berliner Verkehrsbetriebe kaufen etwa noch in diesem Jahr 30 Elektrobusse. Zudem soll der Verkehr besser fließen - etwa durch neue Tempo 30-Zonen und bessere Ampelschaltungen.

Umweltorganisationen bezweifeln aber, ob das reicht. Um Fahrverbote werde Berlin kaum herumkommen, argumentieren die DUH und die Initiative saubere Städte. Die Leipziger Bundesverwaltungsrichter urteilen im Mai darüber, ob Fahrverbote zulässig sind.

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