Freitag, 6. Dezember 2019

Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland vor dem Abschwung

Wird das Model 3 von Tesla zum Symbol für den Niedergang der deutschen Schlüsselbranche?

3. Teil: Albtraumszenario für deutsche Volkswirtschaft

Damit steht die deutsche Automobilindustrie vor einer existenziellen Krise: Die vorhandenen Produktionskapazitäten könnten schon bald nicht mehr benötigt werden, ebenso wie ein Großteil der Zulieferteile. Werkstätten werden überflüssig. Der technologische Vorsprung der deutschen Hersteller gilt nicht mehr in der neuen Welt. Hoch technisierte Verbrennungsmotoren werden einfach nicht mehr gebraucht. Wenn überhaupt könnten Kompetenzen bei Fahrwerk und Fahrassistenzsystemen noch einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Doch gerade beim Thema "autonomes Fahren" droht ein weiterer Angriff aus dem Silicon Valley.

Das Albtraumszenario

Kommt es zu dieser Entwicklung, ist eine tiefe Krise der deutschen Volkswirtschaft die zwangsläufige Folge. In kurzer Zeit wären die Außenhandelsüberschüsse Geschichte. Der Economist würde Deutschland als Lehrbeispiel für ein Land sehen, das sich zu abhängig von einer Branche gemacht und deren Anpassung durch falsche Politik verschleppt hat.

Dabei ist unser Track-Record nicht gut. Unsere Schlüsselindustrien haben ihre Wurzeln noch im Kaiserreich: Chemie, Maschinenbau, Automobil. Andere wie Fotografie und Unterhaltungselektronik haben wir schon verloren. Neue konnten wir nicht entwickeln. Gelingt es nicht die Automobilindustrie zu retten, gibt es nichts, was an die Stelle treten könnte.

Dass unsere Regierung sich laut Frau Merkel darauf konzentrieren möchte, "die Umstrukturierung unserer Autoindustrie in den kommenden Jahren zu begleiten und zu kompensieren", gibt keinen Grund zur Hoffnung. Wie schon bei Euro- und Migrationskrise wird auf Durchwursteln gesetzt, statt die Probleme anzugehen. Die Begleitung des Niedergangs als politisches Programm.

Daniel Stelter ist Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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