Sonntag, 21. April 2019

Ausbauziel verpasst Kaum ist Solarenergie günstig, verlieren die Deutschen das Interesse daran

Photovoltaikanlage in Freiberg: Das Solarenergie-Ausbauziel der Bundesregierung wird 2014 voraussichtlich verfehlt

Deutschland verfehlt 2014 voraussichtlich seine Zielsetzungen beim Ausbau der Solarenergie. Zu wenige Module sind dafür laut Branchenverband BSW bislang installiert worden. Dabei sind Photovoltaikanlagen so günstig wie nie.

Berlin - Das Ausbau-Ziel der Bundesregierung für die Solarenergie wird in diesem Jahr voraussichtlich verfehlt. Wie aus Zahlen des Solar-Branchenverbands BSW vom Donnerstag hervorgeht, wurde 2014 bislang so wenig neue Leistung installiert, dass das Ziel von 2,5 Gigawatt kaum mehr erreichbar ist. Von Januar bis September wurden demnach neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von gut 1,7 Gigawatt aufgebaut. Der Verband und die Grünen reagierten unzufrieden.

Der BSW stützte seine Berechnungen auf Zahlen der Bundesnetzagentur. Demnach fiel der Ausbau der Solarenergie in diesem Jahr deutlich geringer aus als 2013. Den 1,7 Gigawatt neuer Leistung von Januar bis September 2014 stehen demnach fast 2,7 Gigawatt im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahrs gegenüber. Das Ziel für dieses Jahr werde "klar verfehlt", sagte der BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag.

Preise haben sich mehr als halbiert

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Photovoltaik-Anlagen kontinuierlich gefallen. Vor allem chinesische Anbieter hatten die einstigen deutschen Branchenpioniere massiv unterboten und damit einige Unternehmen aus dem Markt gedrängt. Die Folge: Zwischen 2007 und 2014 haben sich die Preise für neue Photovoltaikanlagen laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) durchschnittlich mehr als halbiert.

"Ausgerechnet jetzt, wo Photovoltaik preisgünstig geworden ist, wird sie ausgebremst", kritisiert Körnig. Die Grünen-Politikerin Julia Verlinden sagte dem Blatt, die Regierung erhalte nun die "Quittung für ihre schlechte Novelle" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Mitte des vergangenen Jahrzehnts hatten neue Photovoltaik-Anlagen ihren Nutzern noch Einspeisevergütungen von 50 Cent pro Kilowattstunde eingebracht - 2014 ans Netz gebrachte Anlagen bringen laut ISE nur noch etwa 10 Cent.

Die EEG-Reform war im Sommer verabschiedet worden. Dabei wurden unter anderem der Ausbau und die Förderung für Erneuerbare Energien reduziert. Während vorher ein sogenannter Ausbaukorridor von 2,5 bis 3,5 Gigawatt jährlich für die Solarenergie galt, sind es nun noch 2,5 Gigawatt.

luk/afp

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