Außenhandel Exporteure erholen sich überraschend stark vom Kriegsschock

Im März waren Deutschlands Exporte aufgrund des Ukraine-Krieges eingebrochen. Doch bereits im April haben Deutschlands Unternehmen wieder deutlich mehr Waren und Dienstleistungen an andere Länder verkauft. Vor allem mit den USA betrieben die Firmen regen Handel.
Gefragte Produkte aus Deutschland: Deutschlands Exporte sind im April um 4,4 Prozent gestiegen

Gefragte Produkte aus Deutschland: Deutschlands Exporte sind im April um 4,4 Prozent gestiegen

Foto: Christian Charisius/ dpa

Die deutschen Exporte haben sich im April vom Schock nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine überraschend stark erholt. Sie wuchsen wegen gut laufender Geschäfte mit den USA und den Euroländern um 4,4 Prozent zum Vormonat auf 126,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das waren 12,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 1,5 Prozent gerechnet, nachdem es im März noch einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang von 3,0 Prozent gegeben hatte. Die Importe legten im April mit 3,1 Prozent ebenfalls weitaus stärker zu als erwartet, nach einem Plus von 3,2 Prozent im Vormonat.

Die Ausfuhren nach Russland gingen im April wegen der Sanktionen als Reaktion auf den am 24. Februar begonnen Krieg gegen die Ukraine und anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung um 10 Prozent auf nur noch 0,8 Milliarden Euro zurück. Im März waren sie sogar um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Die Importe aus Russland gaben um 16,4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro nach. Deutschland importiert von dort vor allem Öl und Erdgas.

Die deutschen Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten legten im April um 4,2 Prozent zu, die in die Euroländer sogar um 5,9 Prozent. Die Exporte zum wichtigsten Kunden USA nahmen um 7,7 Prozent zu, während die nach China um 4,5 Prozent fielen. Die Volksrepublik kämpft derzeit mit rigiden Maßnahmen gegen eine neue Corona-Welle, was auch den globalen Handel behindert.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im Mai bereits den zweiten Monat in Folge aufgehellt. "Die deutsche Industrie bleibt aber vorsichtig", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest (53) dazu. "Logistikprobleme stellen weiterhin eine große Belastung dar." Eine große Dynamik bei den Ausfuhren zeichne sich daher im Moment nicht ab. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet dieses Jahr mit einer Stagnation beim Export.

mg/Reuters
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