Samstag, 21. September 2019

Müllfaktor To-Go-Becher Warum der Handel Mehrwegbecher meidet

Kandidaten des Next-Cup-Challenge: Lösungssuche für das Becherproblem
Recup

Wie das Ganze funktionieren kann, hat der Handel bei den Plastiktüten vorgemacht. Seit Verbraucher in vielen Läden für die Tragehilfen aus Kunsstoff zahlen müssen oder es schlichtweg nur noch Papiertüten im Angebot gibt, hat sich deren Verbrauch deutlich reduziert - innerhalb von drei Jahren um rund die Hälfte auf aktuell 24 pro Jahr und Kopf.

Ein Erfolg, den Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nun gerne bei einem anderen Problemfall wiederholen würde: den Kaffeebechern. Rund 250 Milliarden davon gehen jährlich weltweit über die Ladentheken. 2,8 Milliarden davon - 34 pro Person - laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes alleine in Deutschland.

Hinzu kommen hierzulande rund 1,3 Milliarden Plastikdeckel. Alles zusammen schwer zu verwertendes Material - selbst wenn die Becher und Deckel nicht in Parks, Gärten, Bahnböschungen oder an Stränden landen.

Denn auch wenn die Becher meist nicht mehr aus umweltschädlichem geschäumten Kunststoff sind - reine Pappbecher sind es oft ebenfalls nicht, in denen Kaffeeketten, Bäckereien oder Imbissketten ihre Getränke ausschenken. Damit die Becher nicht aufweichen, sind sie in der Regel innen mit Kunststoff überzogen - und damit sich die Kunden nicht die Finger verbrennen, teilweise noch isoliert.


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Das ist zwar angenehm für die Kunden, fürs Recycling allerdings problematisch, lassen sich Kunststoffbeschichtung und die umgebende Pappe doch schwer trennen. Entsprechend landet das Gros der Becher in der Regel in der Müllverbrennung. In Großbritannien etwa lag die Recyclingquote zuletzt bei gerade einmal 1 Prozent.

Und auch Bio-Kunststoffe haben ihre Tücken: Rohstoffabbau und fehlende Recylingsysteme verhageln auch hier oft die Umweltbilanz.

Gelungenes Recycling sieht anders aus.

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