Kurz vor Cum-Ex-Urteil Razzia im persönlichen Umfeld von Hanno Berger

Als Schlüsselfigur des Cum-Ex-Skandals muss sich Hanno Berger vor Gericht verantworten. Kurz vor der Urteilsverkündung gab es nun Razzien an verschiedenen Orten bei den Angehörigen des Steueranwalts.
Verdacht der schweren Steuerhinterziehung: Angeklagter Hanno Berger

Verdacht der schweren Steuerhinterziehung: Angeklagter Hanno Berger

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THILO SCHMUELGEN / REUTERS

Kurz vor dem anstehenden Cum-Ex-Urteil gegen den Steueranwalt Hanno Berger (71) ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln einem Medienbericht zufolge gegen Personen aus seinem Umfeld. Wegen des Verdachts auf Geldwäsche habe es eine Razzia bei Angehörigen von Berger gegeben, berichtete das "Handelsblatt".

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit, es gehe um ein Ermittlungsverfahren gegen sechs Beschuldigte und den Anfangsverdacht der besonders schweren Geldwäsche. Demnach wurden bereits am Dienstag Durchsuchungsbeschlüsse für Wohn- und Geschäftsräume im Main-Kinzig-Kreis und in Offenbach vollstreckt. Außerdem habe es im Zuge der Rechtshilfe Durchsuchungen in den Schweizer Kantonen Zürich, Aargau, Graubünden und Schwyz gegeben. Namen wurden nicht genannt.

Berger wird wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung seit April vor dem Landgericht Bonn der Prozess gemacht. Am 12. oder 13. Dezember soll das Urteil gesprochen werden. Berger drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der 72-Jährige hatte dem Bericht zufolge vor Gericht erklärt, er sei mittellos und könne Gewinne aus den Cum-Ex-Deals nicht zurückzahlen.

Berger gilt als Schlüsselfigur im Cum-Ex-Skandal. Der einstige Finanzbeamte hatte die Aktiendeals bei Banken und Vermögenden als rechtlich sichere Steueroptimierung angepriesen, bei der Konstruktion der Geschäfte beraten und an den Deals mitverdient. Bei den Geschäften hatten Banken und andere Investoren eine Gesetzeslücke genutzt und sich Steuern erstatten lassen, die sie nicht bezahlt hatten. Geschätzt entgingen dem Fiskus mindestens zehn Milliarden Euro.

Als die Justiz 2012 Bergers Kanzlei in Frankfurt am Main durchsuchen ließ, setzte er sich in die Schweiz ab. Im Februar wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Parallel zum Prozess in Bonn muss sich Berger auch am Landgericht Wiesbaden wegen weiterer Cum-Ex-Geschäfte verantworten.

hr/dpa-afx

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