Mittwoch, 27. Mai 2020

Bundesfinanzminister appelliert an Unternehmen Frankreich, Italien und Spanien verhängen weitgehende Ausgangssperren

Emmanuel Macron: "Wir sind im Krieg - gegen das Virus"

Das neuartige Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Weltweit spüren Unternehmen und Branchen die Folgen. Weltweit schränken Regierungen die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger immer stärker ein. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen im Newsblog.

  • In Deutschland gibt es laut der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität inzwischen 6672 Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Weltweit sollen es mehr als 169.000 sein (Stand Montagnachmittag). Während in Deutschland 14 Todesfälle dem Virus zum Opfer fielen, sollen es weltweit mehr als 6700 sein.
  • Die Bundesregierung und die Bundesländer schränken die Kontakte und Bewegungsfreiheit der Menschen in Deutschland noch stärker ein. Auch Reisen im In- und Ausland sollen verboten werden.
  • Im Kampf gegen eine schnellere Ausbreitung des Coronavirus haben die Regierungen in Frankreich, Italien und Spanien haben weitgehende Ausgangssperren für ihre Bürger verhängt.
  • Die Folgen der Pandemie bekommen die Unternehmen immer stärker zu spüren. Autobauer in Europa fahren die Produktion herunter oder schließen Fabriken ganz. Die Lufthansa dampft mangels Nachfrage ihren Flugplan weiter massiv ein. Die Zahl der Unternehmen, die in der Krise Staatshilfe beantragen, wächst.

Vapiano ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Jetzt beantragt die Restaurantkette Staatshilfen.
Oliver Berg/DPA
Vapiano ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Jetzt beantragt die Restaurantkette Staatshilfen.

22 Uhr - Auch die Millionenmetropole San Francisco an der US-Westküste verhängt wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 08.00 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, "außer für grundlegende Bedürfnisse".

21.45 Uhr - Der schon vor der Corona-Krise angeschlagenen Restaurantkette Vapiano geht angesichts der Coronavirus-Krise finanziell die Luft aus. Das Kölner Unternehmen brauche kurzfristig mindestens 13,6 Millionen Euro, nachdem fast alle Restaurants in Österreich, den Niederlanden, Luxemburg und den USA auf Anordnung der zuständigen Behörden wegen der Ansteckungsgefahr geschlossen worden seien, teilte Vapiano am Montagabend mit. Auch Frankreich habe Schließungen angeordnet. Gleiches sei auch in Deutschland für viele Filialen zu erwarten. Der Bedarf an flüssigen Mitteln werde daher eher noch steigen. Deshalb werde man Staatshilfe in mehreren Ländern beantragen, in Deutschland etwa über die Staatsbank KfW. "Darüber hinaus wird Vapiano Kurzarbeit sowie die Stundung von Steuerzahlungen beantragen", hieß es in der Mitteilung.

21.30 Uhr - Der Versandhändler Amazon will 100.000 Mitarbeiter für Lager und Auslieferung in den USA einstellen, um den Anstieg der Online-Bestellungen wegen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen. Das Unternehmen werde 350 Millionen Dollar investieren, um die Stundenlöhne der Beschäftigten in den USA um zwei Dollar und in Europa um etwa zwei Euro zu erhöhen, teilte Amazon am Montagabend (MEZ) mit. In den USA haben die Mitarbeiter derzeit einen Stundenlohn von 15 Dollar.

- Die Fußball-Europameisterschaft 2020 soll einem Bericht der "Financial Times" zufolge wegen des Virus-Ausbruchs .verschoben werden

21.00 Uhr - Die Zahl der Toten durch die Epidemie steigt in Frankreich auf 148. Dies sei eine Zunahme um etwa 16 Prozent, erklärt die Gesundheitsbehörde. Insgesamt gebe es inzwischen 6633 bestätigte Infektionen, über 20 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor.

20.30 Uhr - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verhängt wegen der Epidemie eine weitgehende Ausgangssperre. Die Bewegungsfreiheit werde ab Dienstagmittag für 15 Tage stark eingeschränkt, kündigt Macron an. Alle Menschen würden angewiesen, zuhause zu bleiben und nur aus triftigem Grund die Wohnung zu verlassen. Das könnten Einkäufe, Arztbesuche und gegebenenfalls auch der weg zur Arbeit sein. Alle Firmen seien aber angewiesen worden, ihren Mitarbeitern Heimarbeit zu ermöglichen. Verstöße gegen die Ausgangssperre würden bestraft. Zuvor hatten bereits Italien und Spanien eine Ausgangssperre verhängt.

19.00 Uhr - Auch Kanada macht zur Abwehr der Virus-Pandemie die Grenzen weitgehend dicht. Personen, die keine Staatsbürger sind oder keinen Wohnsitz in Kanada haben, dürften nicht einreisen, sagt Premierminister Justin Trudeau. Es werde einige Ausnahmen geben, beispielsweise für US-Bürger. Auch sei der Güterverkehr nicht von der Grenzschließung betroffen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz ruft die in Not geratenen Unternehmen in Deutschland auf, die angebotenen Staatshilfen auch anzunehmen

- Die Barmer schließt ihre bundesweit rund 400 Geschäftsstellen. Zur Begründung verweist die Krankenkasse auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die "von Bund und Ländern vorgesehenen drastischen Einschränkung des öffentlichen Lebens". Für den Kundenservice stünden zahlreiche alternative Kontaktwege zur Verfügung. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung werde über das Telefon, via E-Mail und Internet gewährleistet.

- Bundesfinanzminister Olaf Scholz ruft von der Krise betroffene Unternehmen auf, die angebotenen Staatshilfen auch anzunehmen. "Kein Unternehmen sollte jetzt zögern, bei Bedarf diese Liquiditätskredite anzunehmen. Die Wirtschaft kann sich darauf verlassen, dass wir sie nicht hängen lassen werden - nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen." Man werde überlegen, wie die durch die Hilfen entstandene Schuldenlast für die Unternehmen reduziert werden könne.

18.40 Uhr - Die Zahl der Toten durch die Coronavirus-Pandemie ist in Italien erneut gestiegen - auf 2158 Menschen. Bis Montag zählten die Behörden insgesamt 27.980 Infizierte im ganzen Land. Das waren rund 3000 mehr als am Vortag. Diese Zahlen teilte der Zivilschutz am Montagabend in Rom mit. Italien ist in Europa das am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit getroffene Land.

Angela Merkel am Montagabend
Maja Hitij - Pool/Getty Images
Angela Merkel am Montagabend

18.20 Uhr - Um das Coronavirus einzudämmen, sollen die Deutschen keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin nach der Sitzung mehrerer Gremien, die sich mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie befasst hatten.

17.20 Uhr - Die Schweiz führt wegen der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen Notrecht ein. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe müssen bis am 19. April 2020 geschlossen bleiben, ordnete die Regierung am Montag an. Ausgenommen seien unter anderem Lebensmittelläden und die Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung bewilligte zur Unterstützung von Spitälern, der Logistik und des Sicherheitsbereichs den Einsatz von bis zu 8000 Armeeangehörigen.

17.15 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat weit reichende Einreisebeschränkungen in die Europäische Union für zunächst 30 Tage vorgeschlagen. Darüber habe sie die Chefs der G7-Länder am Montag in einer Videokonferenz zu den Auswirkungen der Coronavirus-Ausbreitung informiert, sagte von der Leyen. Ausnahmen solle es unter anderem für Nicht-EU-Bürger mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Angehörige von EU-Bürgern, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten geben.

17.10 Uhr - Nach dem Autobauer Daimler hat auch die Deutsche Telekom ihre Hauptversammlung verschoben. Die für den 26. März geplante Hauptversammlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

16.50 Uhr - Die Europäische Kommission geht davon aus, dass Europas Wirtschaft infolge der Coronavirus-Krise dieses Jahr um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen wird. Ursprünglich war die EU-Behörde von einem Plus von 1,4 Prozent ausgegangen.

15.50 Uhr - Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18 Uhr schließen und frühestens um 6 Uhr öffnen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Überdies werden Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen verboten und Spielplätze gesperrt werden. Im gleichen Beschluss seien zudem Regelungen zu erlassen, "dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können."

15.30 Uhr - Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Coronakrise aus Regierungskreisen erfuhr.

- Die USA könnten schon bald ihre strategischen Ölreserven mit Zukäufen aus dem eigenen Land aufstocken. Wie ein Insider aus dem Energieministerium weiter mitteilt, dürften die Käufe binnen Wochen anlaufen und die Reserven innerhalb von Monaten aufgefüllt sein. US-Präsident Donald Trump hatte eine Aufstockung angeordnet. Diese steht im Kontext mit dem Ölpreisverfall, der die einheimischen Produzenten - insbesondere von Schieferöl - hart trifft.

- Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gibt es in der Zentrale in Basel einen Coronafall. Die Person sei positiv auf das Virus getestet worden, teilt die BIZ mit. Neun ihrer Mitarbeiter arbeiteten nun vorsorglich von zu Hause aus.

- In Paris werden bis auf weiteres die städtischen Parks und Gärten geschlossen, um das Coronavirus einzudämmen.

- Das Fest- und Mobilnetz des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom hält der massiv gestiegenen Nutzung teilweise nicht stand. "Seit heute 09.00 Uhr können Privat- und Geschäftskunden punktuell Anrufe nicht aufbauen", erklärt eine Sprecherin. Swisscom verzeichne dreimal mehr Anrufe über das Mobilfunknetz als üblich und auch im Festnetz sei das Volumen massiv gestiegen. Der Konzern arbeite intensiv an einer Kapazitätserweiterung. Aktuell bestünden keine Beeinträchtigungen. Beim Konkurrenten Sunrise gebe es keine Netzprobleme oder -überlastungen, sagte eine Sprecherin.

14.30 Uhr - Die Lufthansa fährt wegen der Einreisestopps von immer mehr Ländern in der Corona-Krise den Flugplan massiv zurück. Ab Dienstag werden nur noch zehn Prozent der Langstreckenflüge und 20 Prozent der Flüge in Europa abheben, teilte die Airline am Montag mit. In dieser Woche seien noch mehr als 20 Sonderflüge von Lufthansa, Eurowings und Austrian Airlines geplant, damit rund 6000 Passagiere nach Hause zurückkehren könnten, erklärte ein Sprecher. Der reduzierte Flugplan für alle Lufthansa-Airlines gelte zunächst bis zum 12. April.

14 Uhr - Erstmals ist in Hamburg ein Todesfall infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben, man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt.

- Italien wird laut dem Entwurf für ein Dekret die angeschlagene Alitalia übernehmen. Zugleich schießt der Staat der bereits vor der Viruskrise arg gebeutelten Fluggesellschaft demnach zusätzlich 600 Millionen Euro für das laufende Jahr zu.

- Bei Audi stockt die Produktion im Werk Brüssel, weil Mitarbeiter aus Sorge um ihre Gesundheit die Arbeit vorübergehend niedergelegt haben. Die Bedenken seien in Gesprächen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Management ausgeräumt worden. Unabhängig davon kämpft Audi in Brüssel seit Monaten mit Nachschubproblemen bei Batteriekomponenten für seinen Vorzeige-Elektrowagen E-Tron. An allen übrigen Audi-Standorten läuft die Produktion nach Angaben des Sprechers normal.

- Die Stadt Moskau will ein neues, eigens für Coronavirus-Patienten betriebenes Krankenhaus bauen. Wie die Behörden der russischen Hauptstadt mitteilen, soll das Hospital eine Kapazität von 500 Betten haben und in "naher Zukunft" fertiggestellt sein. In Russland gibt es bislang 63 registrierte Infizierte, gestorben ist nach Behördenangaben noch niemand an den Folgen des Virus.

13.30 Uhr - Der Mutterkonzern des Autobauers Opel, die französische PSA-Gruppe, schließt wegen der Coronavirus-Pandemie in den kommenden Tagen alle Werke in Frankreich. Begonnen werde am Montagnachmittag mit dem Werk in Mülhausen im Elsass, sagte der Vertreter der Gewerkschaft CFTC, Franck Don, der Nachrichtenagentur AFP. Die anderen Fabriken würden folgen. Die Gewerkschaft CFDT erklärte, sie habe die Geschäftsführung von PSA zu der Entscheidung gedrängt. Grund sei die "Panik" unter den Beschäftigten.

Griechenland verhängt eine zweiwöchige Quarantäne für Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Einzelhandelsgeschäfte sollen ab Mittwoch geschlossen bleiben. Supermärkte, Apotheken und Essenlieferdienste seien davon ausgenommen, sagt ein Regierungssprecher in Athen.

- Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, ruft die Regierungen dazu auf, weltweit zusätzliche Haushaltsmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft zu unternehmen. Angesichts der Ausbreitung des Virus werde es dabei zunehmend wichtiger, koordiniert und synchron vorzugehen, schreibt sie in einem Blog-Beitrag auf der Website des IWF. Womöglich könnten Fiskalmaßnahmen in einem Umfang wie während der Finanzkrise 2008/09 nötig sein.

13.15 Uhr - Der Touristikkonzern FTI Group sagt wegen der Coronavirus-Krise alle Reisen bis Ende März ab. Buchungen jeder Reiseart würden ab sofort bis einschließlich 31. März storniert, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. "Das Wohl unserer Gäste wie auch unserer Mitarbeiter ist unsere oberste Maxime, daher setzen wir unsere Operationen vorerst aus". Der Veranstalter, der zu den großen in Deutschland zählt, beantragte zudem Staatsgarantien zur Überbrückung, "um perspektivisch wieder zum Routinegeschäft zurückkehren zu können."

- Die EU wird in den nächsten Stunden Maßnahmen an ihren Außengrenzen umsetzen, erklärt das französische Präsidialamt. Darauf hätten sich Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel geeinigt.

- Die auf Live-Sport spezialisierten Medienunternehmen Sky und DAZN haben noch keine Entscheidungen über Kulanz-Regelungen wegen ihres stark reduzierten Programms getroffen. Das sagten Sprecher des Pay-TV-Senders und des ebenfalls kostenpflichtigen Streamingdienstes am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sky und DAZN haben wegen der Absage fast aller Sportveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus momentan keine Live-Übertragungen im Angebot. Sie zeigen derzeit vor allem Dokumentationen und Aufzeichnungen früherer Fußballspiele.

13.00 Uhr - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat noch nicht über ein Einstellen des Flugverkehrs wegen der Coronavirus-Pandemie an den Flughäfen des Landes beraten. Dieses Thema sei noch nicht erörtert worden, sagt Familienminister Joachim Stamp. Baden-Württemberg hatte entsprechende Schritte angekündigt.

- Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums stellt klar, dass der innerdeutsche Regionalverkehr der Deutschen Bahn planmäßig verlaufe. Die Bahn halte die Fahrpläne ohne Einschränkung aufrecht.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert sein Missfallen über einseitige Grenzkontrollen einiger EU-Staaten. Zuvor telefonierte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren EU-Vertretern. Deutschland hat vorübergehende Kontrollen an den Grenzen eingeführt.

- In Armenien hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Die Regelung gilt bis zum 16. April.

- Die Bank von England (BoE) steht Gewehr bei Fuß, den Kampf gegen die Folgen der Viruskrise zu forcieren. Der neue BoE-Chef Andrew Bailey kündigt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Amtsantritt in der BBC an, bei Bedarf "weitere Sofortmaßnahmen" zur Stützung der Wirtschaft zu ergreifen. Die Notenbank sei sehr darauf bedacht, dass die Konjunktur nicht dauerhaft Schaden nehme.

12.30 Uhr - Der Sprecher des Bundesinnenministeriums stellt klar, Deutschland habe die Grenzen nicht geschlossen, sondern lediglich die Kontrollen verstärkt. EU-Bürger müssten allerdings mit Beschränkungen bei der Einreise rechnen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzt, der Warenverkehr verlaufe ungehindert. Es könne aber zu Zeitverzögerungen kommen. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass Tausende Deutsche im Ausland zurück in ihre Heimat wollten. Von Reisen ins Ausland rate das Ministerium ausdrücklich ab. Die Bundespolizisten sucht derweil an der Grenze mit den Reisenden das Gespräch, um festzustellen, wer einen triftigen Grund für die Einreise habe. Deutsche und Berufspendler dürften passieren.

- In Spanien melden die Gesundheitsbehörden nun 8744 (Sonntag: 7753) bekannte Infektionen und 297 (288) Todesfälle.

Justizministerin Christine Lambrecht will bis September Insolvenzantragspflicht aussetzen
John Macdougall/ AFP
Justizministerin Christine Lambrecht will bis September Insolvenzantragspflicht aussetzen

12.15 Uhr - Die Bundesregierung bereitet eine gesetzliche Regelung vor, um von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen vor Insolvenzen zu schützen. Vorbild seien dabei Regelungen, die schon bei den Hochwasserkatastrophen 2002, 2013 und 2016 angewendet worden waren, teilte das Justizministerium am Montag in Berlin mit. "Wir wollen verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. "Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 für die betroffenen Unternehmen."

- Der Sprecher des Bundesinnenministeriums stellt klar, Deutschland habe die Grenzen nicht geschlossen, sondern lediglich die Kontrollen verstärkt. EU-Bürger müssten allerdings mit Beschränkungen bei der Einreise rechnen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzt, der Warenverkehr verlaufe ungehindert. Es könne aber zu Zeitverzögerungen kommen. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass Tausende Deutsche im Ausland zurück in ihre Heimat wollten. Von Reisen ins Ausland rate das Ministerium ausdrücklich ab.

11.55 Uhr - Im Iran meldet das Gesundheitsministerium einen Anstieg der bestätigten Infektionen von 1053 auf 14.991 und einen Zuwachs der Todesfälle um 129 auf 853.

- Ungarn wird nach Worten von Ministerpräsident Viktor Orban seine Grenzen für Reisende aus anderen Ländern schließen. Zudem kündigt Orban im Parlament eine Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie eine Schließung entsprechender Einrichtungen an. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien müssen schließen. Die Öffnungszeiten von Restaurants werden verkürzt.

- In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind die Coronavirus-Ansteckungen sprunghaft angestiegen. Bis Sonntag wurden Behördenangaben zufolge 2200 Personen positiv auf den Erreger getestet und 1563 Fälle offiziell bestätigt. Mindestens 13 Personen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Das Schweizer Parlament hat seine vierteljährlichen politische Beratungen vorzeitig beendet. Die Ratsbüros haben beschlossen, die Frühjahrssession abzubrechen und die dritte Sitzungswoche abzusagen, erklärt der Parlamentsdienst.

- Ryanair kündigt an, den größten Teil der eigenen Flugzeugflotte in Europa in den nächsten sieben bis zehn Tagen am Boden zu halten. Das Management erwartet nach eigenen Angaben, die Sitzkapazität in den kommenden beiden Monaten um 80 Prozent zu reduzieren.

Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen

12.00 Uhr - Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne. Der Beschluss soll demnach im Lauf der Woche in Kraft treten.

- Das Volkswagen-Werk in der Nähe von Lissabon meldet eine 16-prozentige Reduzierung der täglichen Produktion. Grund sei ein Mangel an Arbeitern, nachdem die portugiesische Regierung die Schließung aller Schulen angeordnet hatte.

- In der Coronakrise arbeitet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Sicherung der Patientenversorgung mit Spenderblut. Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten "noch auf niedrigstem Niveau gesichert", erklärte der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn, am Montag in Berlin.

- Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat die Menschen auf den Höhepunkt der Viruskrise vorbereitet. "Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir den Höhepunkt noch nicht erreicht haben, dass dies die riskantesten Wochen sind und wir die größte Vorsicht walten lassen müssen", sagte Conte der Zeitung "Corriere della Sera" (Montag). Italien ist so schlimm von der Covid-19-Lungenkrankheit betroffen wie kein anderes Land außer China. Mehr als 1800 Menschen sind bereits gestorben, mehr als 20 000 sind infiziert. Das gesamte Land ist Sperrzone, niemand darf das Haus verlassen, wenn nicht unbedingt notwendig. Trotz der Sperrungen geht die Zahl der Infizierten weiter nach oben.

RKI: 4838 bestätigte Fälle in Deutschland - mehr als 1000 neue Infektionen

11.30 Uhr - Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft inzwischen auch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York als Coronavirus-Risikogebiete ein. Dort gebe es nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörden eine anhaltende Virusübertragung innerhalb der Bevölkerung, begründete RKI-Vizepräsident Lars Schaade den Schritt am Montag in Berlin. Bisher sind Italien und Iran sowie Regionen in China, Südkorea, Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Bundesland Tirol) sowie Madrid in Spanien als Risikogebiete eingestuft. In Deutschland gilt der Kreis Heinsberg in NRW als "besonders betroffen".

- Südkoreas Präsident Moon Jae In sagt, er sei "zunehmend zuversichtlich", dass das Land den Virus-Ausbruch überwinde. Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen nimmt in Südkorea kontinuierlich ab.

- Der Ferienflieger Condor hat etliche Flüge in beliebte Feriengebiete gestrichen, weil deutsche Bürger dort nicht mehr einreisen dürfen. Betroffen sind unter anderem die USA, die Dominikanische Republik, die Türkei und Marokko, teils mit unterschiedlichen Fristen. Das Unternehmen schickt in diesen Tagen noch Flugzeuge in die Zielgebiete, um Urlauber zurückzuholen. "In die Türkei fliegen wir leer hin, um die Menschen nach Hause zu holen", sagte eine Sprecherin am Montag in Frankfurt. Man kooperiere auch eng mit den Reiseveranstaltern, die eine Vielzahl von Pauschalreisen absagten.

- Die Pressekonferenz von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zum Haushalt 2021 und der mittelfristigen Finanzplanung bis 2024 wird abgesagt. Sie war eigentlich für Mittwoch geplant gewesen. Die Corona-Krise wird zu deutlichen Mehrausgaben des Staates führen, die damit auch den Haushalt verändern.

- Österreichs Notenbank-Chef Robert Holzmann sieht die Bargeldversorgung trotz höherer Abhebungen in den letzten Tagen gesichert. "Die Österreichische Nationalbank hat genügend Bargeldreserven, um die Banken selbst, die Automaten, aber auch die Wirtschaft in beliebiger Höhe zu versorgen", sagt er. Finanzminister Gernot Blümel kündigt an, dass für die Wirtschaft, zusätzlich zum beschlossenen Vier-Milliarden-Euro-Hilfspaket, zwei Milliarden Euro Garantien über die Kontrollbank für Kredite zur Verfügung gestellt werden. Der Bankensektor zeige eine große Bereitschaft für Kreditstundungen und flexible Handhabung von Kreditkosten.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will gegen 20.00 Uhr (MEZ) per Fernsehansprache eine Rede an die Nation halten, wie Macrons Büro mitteilt. Im Land gibt es Spekulationen, dass die Regierung weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Virus-Krise plant. Für den Tagesverlauf ist eine hochrangige Kabinettssitzung angesetzt.

- Georgien verbietet allen Ausländern die Einreise, wie ein Regierungssprecher mitteilt. In dem Land wurden nach Behördenangaben bislang 33 Infektionen festgestellt.

- Das große Informationsbedürfnis der Bürger in der Corona-Krise schlägt sich in den Einschaltquoten für die Nachrichtensendungen nieder. 9,89 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,7 Prozent) schalteten am Sonntagabend um 20 Uhr die "Tagesschau" in der ARD ein. Die "heute"-Sendung um 19 Uhr im ZDF erreichte 5,88 Millionen Menschen (19,8 Prozent), das "heute-journal" später 5,59 Millionen (17,9 Prozent). Bei "RTL aktuell" um 18.45 Uhr informierten sich 4,54 Millionen (16,2 Prozent). Die ARD-"Tagesthemen" kamen am späten Abend noch auf 4,92 Millionen Zuschauer (24,9 Prozent).

11.15 Uhr - Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat auf seinen Aufruf an Reservisten wegen der Corona-Krise seit Freitag 730 Anfragen erhalten. "Davon können recht zeitnah 380 Reservistinnen und Reservisten beim Sanitätsdienst der Bundeswehr eingesetzt werden", sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sich auch Fachpersonal gemeldet, das vorher nicht in der Bundeswehr gearbeitet habe. Diese Interessenten seien an zivile Hilfsorganisationen, wie das DRK, die Johanniter oder die Malteser verwiesen worden.

Um Reservisten kurzfristig für den Dienst in sogenannten stationären Gesundheitseinrichtungen der Bundeswehr zu gewinnen, hat der Sanitätsdienst eine Hotline unter der Nummer 0261 896 32444 eingerichtet. Gesucht werden militärisch ausgebildete Pflegefachkräfte, Krankenpfleger, Notfallsanitäter, Laborassistenten und pharmazeutisch-technische

11 Uhr - Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland mittlerweile 4838 laborbestätigte Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Das seien 1043 mehr als noch am Sonntag registriert, sagt RKI-Vize-Präsident Lars Schaade in Berlin. Bislang seien zwölf Menschen in Deutschland an dem Virus gestorben. Die Zahl der neu Infizierten steige nach wie vor "relativ rasch" an, sagt Schaade. Es gehe jetzt darum, die eingeleiteten Maßnahmen schnell umzusetzen.

- Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat der Landwirtschaft Unterstützung wegen fehlender Saisonkräfte aus dem Ausland zugesagt. Dabei wolle sie auch "unkonventionelle Wege" gehen, sagte Klöckner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. "Ob diejenigen Mitarbeiter, die in der Gastronomie leider immer weniger zu tun haben, in der Landwirtschaft einspringen können und möchten - auch so etwas müssen wir überlegen." Es müsse geprüft werden, welche bürokratischen Anforderungen während der Krise gegebenenfalls heruntergefahren werden können.

- Die norwegische Finanzaufsicht FSA fordert von den Banken des Landes wegen der Coronavirus-Krise, ihre geplanten Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu überdenken. Seit der Entscheidung über die Gewinnausschüttungen hätten sich die Rahmenbedingungen komplett verändert, erklärte die FSA.

- Österreichs EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann zufolge wird die Europäische Zentralbank falls nötig weitere Schritte ergreifen, um den Ländern bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Coronavirus zu helfen. "Wenn Notwendigkeit besteht, im Bereich der Staatsanleihen einzugreifen, werden sicherlich die nächsten Schritte im geeigneten Maße erfolgen", sagt Holzmann.

- Russland legt einen Anti-Krisen-Fonds im Volumen von 300 Milliarden Rubel (3,7 Milliarden Euro) auf. Das kündigt Ministerpräsident Michail Mischustin an.

- Die schwedische Regierung präsentiert ein Maßnahmenpaket im Volumen von 300 Milliarden Schwedischen Kronen (rund 28 Milliarden Euro) zur Stützung der Wirtschaft. So soll der Staat etwa im April und Mai zur Entlastung der Unternehmen die komplette Lohnfortzahlung im Krankheitsfall übernehmen ebenso wie die Hauptlast der Kosten im Fall von temporären Entlassungen im Zusammenhang mit der Krise.

Bayern ruft Katastrophenfall aus und stellt Milliarden Hilfsprogramm für die bayerische Wirtschaft zur Verfügung

- 10.30 Uhr - In Bayern gilt wegen der Coronavirus-Krise ab sofort der Katastrophenfall - für die nächsten zwei Wochen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Bayern weitet die Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus noch einmal weiter aus. Nicht nur Kinos, Clubs, Vereinsräume und ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, sondern auch Sportplätze und Spielplätze werden gesperrt, sagte Söder weiter. Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Coronakrise stellt der Freistaat Bayern zudem bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. "Wir lassen niemanden allein", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Die Schuldenbremse wird zudem außer Kraft gesetzt.

Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen werktags bis 22.00 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben, dann bis 18.00 Uhr. Restaurants und Betriebskantinen in Bayern nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen.

10 Uhr - Der Privatbankenverband BdB sagt den Bankentag am 22. und 23. April mit bis zu 800 Teilnehmern ab.

- EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sagt für die EU eine Rezession in diesem Jahr voraus. "Wir sind im Krieg mit dem Virus, einem Wirtschaftskrieg", sagt Breton dem Radiosender BFM Business. Die bisherige Wachstumsprognose für die Europäische Union habe bei plus 1,4 Prozent gelegen. "Jetzt erwarten wir eine negative Auswirkung von zwischen zwei und 2,5 Prozent."

- Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska nennt Grenzschließungen eine Option, die erwogen werde. Diese und andere Maßnahmen werde er mit seinen EU-Kollegen besprechen, sagt Grande-Marlaska dem Radiosender Cadena Ser.

Deutsche Post arbeitet bisher ohne Einschränkungen
Sebastian Gollnow/ DPA
Deutsche Post arbeitet bisher ohne Einschränkungen

- Bei der Deutschen Post hat die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bislang keine Auswirkungen auf die Zustellung. "Wir haben keine Einschränkungen bei Brief und Paket in der Bundesrepublik", sagt ein Sprecher.

- In Frankreich beklagt sich die Regierung darüber, dass viele Landsleute nicht den Aufrufen folgen, zu Hause zu bleiben. So könne der Virus-Ausbruch nicht eingedämmt werden, warnt der oberste Gesundheitsbeamte des Landes, Jerome Salomon. Die Behörden erwägen eine teilweise Ausgangssperre.

- Großbritannien wird heute neue Maßnahmen zur Eindämmung der Krise bekanntgeben, wie Premierminister Boris Johnsons Berater Dominic Cummings der Nachrichtenagentur Reuters sagt. Nach Worten von Verkehrsminister Grant Shapps wird die Regierung über Hilfen für die schwer angeschlagene Luftfahrtindustrie beraten. Unterstützung haben bereits Virgin Atlantic und Easyjet gefordert.

- er Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) schließt wegen des Ausbruchs des Coronavirus vorübergehend die meisten Werke in Europa. Davon ist auch die Maserati-Produktion betroffen. In Italien sind bis Ende März sechs Produktionsstätten betroffen, in Serbien und Polen jeweils eine, teilte das italienisch-amerikanische Unternehmen am Montag mit.

- Spanien wird nach Worten von Verkehrsminister Jose Luis Abalos die Einschränkungen zur Eindämmung des Virus wohl über die geplante Zeitspanne von 15 Tagen hinaus verlängern. Dies sei "offensichtlich", sagt er dem Radiosender RNE.

- Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, will Coronatests strikt vom normalen Klinikbetrieb trennen. In der "Passauer Neue Presse" vom Montag forderte Reinhardt die Einrichtung von Zeltstationen vor den Krankenhäusern, um mögliche Coronapatienten zu testen. "So lässt sich die Übertragung auf anders Erkrankte besser verhindern", sagte der Ärztepräsident. "Das muss jetzt präventiv geschehen, bevor uns die große Welle erreicht." Demnächst solle das Thema bei einem Krisentreffen mit dem Gesundheitsministerium besprochen werden.

10 Uhr - In Österreich gibt es ein zweites Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In Nacht auf Montag ist eine Steirerin, die mit dem Corona-Virus infiziert war, gestorben, gab die Landessanitätsdirektion Steiermark bekannt. Die Verstorbene, geboren 1944, befand sich in stationärer Behandlung und hatte mehrere Vorerkrankungen. Insgesamt ist die Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich laut Gesundheitsministerium bis Montagvormittag auf 959 gestiegen. Das sind um 99 mehr als am Sonntagnachmittag. Sechs Personen seien wieder genesen. Bislang wurde nur ein Todesfall gemeldet.

- In der Türkei haben sich die bestätigten Coronavirus-Fälle verdreifacht. Man habe 18 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, teilte der Gesundheitsminister Fahrettin Koca in der Nacht zu Montag mit. Bislang hatte die Türkei sechs Erkrankungen gemeldet. Zwei der neuen Fälle stünden in Verbindung mit dem ersten gemeldeten Patienten von vergangenem Mittwoch. Sieben seien von Europareisen zurückgekehrt, drei aus den USA.

Commerzbank schließt Hunderte Filialen
Hauke-Christian Dittrich / DPA
Commerzbank schließt Hunderte Filialen

9.30 Uhr - Wegen der Coronavirus-Epidemie setzt der Die Commerzbank schließt vorsorglich mehrere Hundert Filialen. Die genaue Zahl lasse sich noch nicht beziffern, sagte ein Commerzbank-Sprecher. Von den rund 1000 Filialen deutschlandweit seien vor allem die kleineren Standorte von den Schließungen betroffen. Die größeren Standorte sollen nach Möglichkeit offen bleiben.

- China wertet das Einschleppen des Virus über Menschen, die in die Volksrepublik einreisen, inzwischen als Hauptproblem, wie ein Sprecher des Außenministeriums sagt. Laut dem Sender China Central Television wurden in Peking sechs neue solcher Fälle von eingeschleppten Infektionen festgestellt.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die Virus-Krise und das Thema Grenzkontrollen sprechen, wie Macrons Büro mitteilt.

- Die zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehörende Gesundheitstechnologiefirma Verily startet in zwei kalifornischen Bezirken die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Internetseite zum Coronavirus. Erwachsene seien aufgerufen, Fragen zu ihrer Gesundheit und jüngsten Reisen zu beantworten, teilt Verily mit. Es gehe darum, herauszufinden, wer sich auf das Coronavirus testen lassen müsse.

- Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich optimistisch gezeigt, dass Deutschland den Kampf gegen das Coronavirus bewältigt. "Wir werden das Virus besiegen", sagt er im Interview mit t-online. "Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln." Steinmeier verteidigt drastische Einschränkungen im alltäglichen Leben.

Fritz Joussen, CEO des Reisekonzerns Tui, will Staatsgarantien beantragen
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Fritz Joussen, CEO des Reisekonzerns Tui, will Staatsgarantien beantragen

9 Uhr - Wegen der Coronavirus-Epidemie setzt der Reiseveranstalter TUI einen Großteil seines Geschäftsbetriebs vorerst aus. Betroffen seien unter anderem Pauschalreisen, Kreuzfahrten und der Hotelbetrieb, teilte der Konzern in der Nacht zum Montag mit. Mit der Einstellung dieser Reiseaktivitäten wolle das Unternehmen einen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Der TUI-Vorstand kündigte darüber hinaus die Beantragung von Staatsgarantien an, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne.

- An den Grenzen zu Frankreich und Luxemburg haben die Kontrollen begonnen. An der Grenze zum Saarland sind am Montagmorgen bereits erste Autofahrer aus Frankreich abgewiesen worden. Sie hätten keinen triftigen Reisegrund angeben können, sagte Karsten Eberhardt, Sprecher der Bundespolizei, am Grenzübergang Goldene Bremm in Saarbrücken. Es versuchten aber nicht nur Franzosen einzureisen, sondern auch Menschen anderer Nationalitäten. Seit Montagmorgen wird der Einreiseverkehr nach Deutschland unter anderem an Grenzübergängen zu Frankreich und Luxemburg streng kontrolliert, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Grenzkontrollen: Beamte der Bundespolizei halten ein Auto an, das aus Frankreich nach Deutschland einreist.

- Deutschland hat seine Grenze nach Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr weitgehend geschlossen. Die Schließung gelte für Touristen und andere Reisende aus dem Ausland, nicht aber für Pendler oder den Güterverkehr, hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Vortag nach einem Telefonat mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) mitgeteilt. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen. Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen zunächst aus.

- Der britische Billigflieger Easyjet ruft Europas Regierungen angesichts der Coronavirus-Pandemie auf, die Branche mit Finanzhilfen zu unterstützen. "Europas Luftfahrtbranche steht vor einer unsicheren Zukunft", sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren am Montag. Es brauche eine koordinierte Unterstützung durch die europäischen Regierungen, damit die Branche überlebe und nach dem Ende der Krise ihren Betrieb fortsetzen könne. Das Management schließt nicht aus, dass Easyjet wie andere Airlines den Großteil der Flotte wegen der geltenden Reisebeschränkungen und der Buchungseinbrüche in Kürze am Boden lassen muss.

- Nach der US-Zentralbank Fed stemmt sich auch die japanische Notenbank mit weiteren Schritten gegen die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronavirus-Krise. Damit sollen die Finanzmärkte beruhigt werden und weitere Liquidität zur Verfügung gestellt werden. Wie die Bank of Japan am Montagmorgen mitteilte, sollen etwa deutlich mehr Anteile von Indexfonds am Markt gekauft werden. Die Börse in Tokio reagierte in nur einer ersten Reaktion positiv auf die Schritte und drehte kurz ins Plus.

- Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald hat mit Tierversuchen zur Erforschung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begonnen. Ausgewählt wurden dafür Schweine, Hühner, Frettchen und Nilflughunde, eine Fledermausart, wie FLI-Präsident Thomas Mettenleiter der Deutschen Presse-Agentur sagte. Diese Versuche seien derzeit das dringlichste Forschungsvorhaben auf der Insel Riems. "Es ist wichtig zu wissen, ob wir durch das Virus auch Schwierigkeiten in der Nutztierhaltung bekommen könnten", erklärte der Wissenschaftler. Mit Ergebnissen wird frühestens Ende April gerechnet. "Wasserstandsmeldungen" gebe er nicht, sagte er.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte stellt der Wirtschaft 25 Milliarden Euro zur Verfügung
Tiziana Fabi / AFP
Italiens Regierungschef Giuseppe Conte stellt der Wirtschaft 25 Milliarden Euro zur Verfügung

8 Uhr: Die italienische Regierung will ihre Maßnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter hochfahren. "Was bislang genehmigt wurde, reicht nicht aus", sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte im Interview mit der Tageszeitung "Corriere della Sera". "Wir brauchen einen richtigen Plan zum Wiederaufbau." Bislang sind insgesamt 25 Milliarden Euro vorgesehen, um die Wirtschaft zu stützen.

6.00 Uhr - Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern geht nach Beratungen mit dem Finanzministeriums davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus größer sein könnten, als die Weltwirtschaftskrise 2007. "An diesem Punkt können wir uns der Auswirkungen nicht sicher sein, aber wir können sicher sein, dass sie erheblich sein werden", sagt Ardern. Das für Dienstag angekündigte Paket der Regierung zur Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität werde "bedeutend" sein, kündigt sie an.

- Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines teilt mit, dass sie im März 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz erzielen werde als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. United gehe davon aus, dass sich die Situation infolge des Virus bis in die Sommerreisezeit noch verschlimmern werde und kündigt weitere Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs an. In einer Mitteilung erklärt United, dass es die Gehälter von Führungskräften im April und Mai um 50 Prozent senke und die Flugkapazität um etwa 50 Prozent reduziere. "Selbst mit diesen Kürzungen erwarten wir, dass die Flugkapazität in den Bereich von 20-30 Prozent fallen wird - und das ist, wenn es nicht schlimmer wird", sagen United-Chef Oscar Munoz und Präsident Scott Kirby in dem Memo.

Skyline von New York: Die Stadt kommt zur Ruhe

- Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio lässt ab Dienstag Geschäfte, Restaurants, Theater und Kinos schließen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Restaurants, Bars oder Cafés könnten weiterhin Lieferservice oder Take-Away anbieten, so der Bürgermeister. Mehr als 50.000 Restaurants in New York sind davon betroffen. Nach Angaben der National Restaurant Association erwirtschaften diese einen Jahresumsatz von mehr als 51 Milliarden Dollar und beschäftigen mehr als 800.000 Mitarbeiter.

- Japans Gesundheitsministerium identifiziert 15 neue Herde an Coronavirus-Infektionen im ganzen Land. Die größte Ansammlung befände sich laut Angaben des Ministeriums in der Gegend von Osaka, mit mehr als 50 betroffenen Personen. Die Ansteckung sei bei einer Musikveranstaltung erfolgt. Die Präfekturen Hokkaido, Aichi und Wakayama und die Stadt Tokio berichten jeweils von mehr als 10 infizierten Personen.

5.00 Uhr: Ab Montag werden die Sicherheitsmaßnahmen im Weißen Haus verschärft. Bei jedem, der die Regierungszentrale in Washington betritt, werde die Temperatur gemessen, erklärt ein Sprecher des Weißen Hauses.

- In China werden für Sonntag 16 neue Infektionen gemeldet. Am Samstag waren es 20 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.860. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Sonntags bei 3.213, 14 mehr als am Vortag. Auf die zentralen Provinz Hubei entfallen dabei alle neue Todesfälle, darunter 13 allein auf die Provinzhauptstadt Wuhan.

- Mehrere afrikanische Regierungen schließen ihre Grenzen, streichen Flüge und erlassen strenge Einreise- und Quarantäneauflagen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat den nationalen Notstand ausgerufen und warnt, dass der Ausbruch "potenziell dauerhafte" Auswirkungen auf die am weitesten entwickelte Wirtschaft des Kontinents haben könnte, die sich bereits in einer Rezession befände. "Jedem Ausländer, der in den letzten 20 Tagen Länder mit hohem Risiko besucht hat, wird ein Visum verweigert", sagt er.

- Die Finanzminister der Europäischen Union wollen sich am Montag auf eine koordinierte wirtschaftliche Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie einigen. "Unsere Eurogruppe am Montag wird sich der Reaktion auf Covid-19 widmen", erklärt der Vorsitzende der Finanzminister der Eurozone, Mario Centeno aus Portugal, auf Twitter. "Der größte Teil der ersten politischen Maßnahmen kommt aus den Hautstädten, aber ich werde unsere Gruppe dazu bringen, sich auf eine umfassende und koordinierte wirtschaftspolitische Reaktion der EU auf diese Gesundheitskrise zu einigen", sagte er.

05.00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der laborbestätigten Infektionen auf 4838 in Deutschland. Am Samstag waren es noch 3795. Die Zahl der Todesfälle wurde mit zwölf angegeben.

mit dpa, reuters und afp

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