3G-Regel am Arbeitsplatz Bayerns Corona-Ampel springt auf Rot

Die vierte Corona-Welle wächst weiter. Nach Rekordzahlen neuer Fälle wird der Platz in Krankenhäusern knapp. Sachsen und Österreich reagieren mit der 2G-Regel, Bayerns Warnampel schaltet kurz nach Gelb gleich auf Rot um.
Neue Regeln: Mitarbeiter der Zugspitzbahn bringt am Sonntag Hinweis auf Zutritt nur für Geimpfte und Genesene an

Neue Regeln: Mitarbeiter der Zugspitzbahn bringt am Sonntag Hinweis auf Zutritt nur für Geimpfte und Genesene an

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Bayern steuert auf noch schärferen Corona-Regeln zu. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und das Robert Koch-Institut (RKI) wiesen am Montagmorgen auf ihrer gemeinsamen Homepage in den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser 609 Patienten mit Corona aus - über dem Schwellenwert von 600. Daher sprang die gerade erst von Grün auf Gelb gewechselte bayerische Krankenhausampel  umgehend auf Rot um. Damit wird die 2G-Regel im ganzen Freistaat ab Dienstag deutlich ausgeweitet. In vielen Betrieben haben Arbeitnehmer dann nur noch Zutritt zum Arbeitsplatz, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind (3G).

Erst am Sonntag hatte die bayerische Krankenhausampel von Grün auf Gelb geschaltet. Damit gilt in Gasthäusern und bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab Sonntag die 3G-plus-Regel, also: geimpft, genesen oder PCR-getestet. Ein Antigenschnelltest reicht dann nicht mehr. Ausnahmen gelten für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote und Bibliotheken und Archive - hier reicht für Ungeimpfte weiterhin ein Schnelltest. In Diskos und Clubs gilt 2G - mit Test ist Ungeimpften kein Zutritt mehr möglich. Der Maskenstandard wird generell auf FFP2 erhöht.

Für den Handel und den öffentlichen Personenverkehr gibt es keine neuen Einschränkungen. Alle Schülerinnen und Schüler müssen ab Montag wieder Masken im Unterricht tragen. Viele bayerische Regionen vor allem im Grenzgebiet zu Österreich gelten aber als "regionale Hotspots". Wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 300 liegt und zusätzlich die Intensivbetten in der Region zu mehr als 80 Prozent belegt sind, gelten schon jetzt die verschärften Vorschriften der roten Krankenhausampel.

Sachsen und Österreich schon bei 2G

In Sachsen gilt wegen der angespannten Lage von diesem Montag an in weiten Teilen des öffentlichen Lebens die 2G-Regel. Dann haben nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt etwa zu Innengastronomie, Diskotheken sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen. Sachsen hat die bundesweit höchste Häufigkeit neuer Corona-Fälle. Laut RKI stieg die Inzidenz der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner am Montag auf 491,3, gefolgt von Thüringen mit 427,5 und Bayern mit 316,2. Bundesweit stieg der Wert auf 201,1 - der höchste Stand während der gesamten Pandemie. Am 22. Dezember 2020 wurde der bisherige Rekord von 197,6 erreicht. Allerdings wurden seitdem Vorschriften aufgehoben, nach denen sich Schutzmaßnahmen automatisch nach der Inzidenz richteten. Stattdessen soll vor allem die Belastung der Krankenhäuser als Maßstab gelten, die jedoch erst mit Zeitverzug messbar wird.

In Österreich tritt am Montag bundesweit die 2G-Regel für Lokale, Hotels, Veranstaltungen und Friseure in Kraft. Wegen des exponentiellen Anstiegs an Corona-Infektionen hat die Regierung entschieden, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken. Nach der Ankündigung der Maßnahme am Freitag bildeten sich vor den Impfzentren lange Schlangen. Österreich und Deutschland haben im westeuropäischen Vergleich erst niedrige Impfquoten erreicht. In Ländern wie Italien oder Frankreich, wo schon seit Wochen strengere Vorschriften gelten und auch kontrolliert werden, halten sich die Neuinfektionen trotz des jüngsten Anstiegs auf deutlich niedrigerem Niveau.

ak/DPA
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