mm-Grafik Innenstädte füllen sich wieder - RKI warnt vor Nachlässigkeit

Passanten auf der Spitalerstraße in Hamburg am Donnerstag, 23. April

Passanten auf der Spitalerstraße in Hamburg am Donnerstag, 23. April

Foto: Christian Charisius/dpa

Für Lars Schaade, den Vizepräsidenten des Robert-Koch-Instituts, ist es eine paradoxe Situation: Einerseits sei Deutschland in der Corona-Krise gut unterwegs, das Land habe mit seinem Lockdown viel erreicht. Dadurch stellten viele Menschen die verhängten Auflagen mittlerweile allerdings infrage. Schaade warnt: "Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden." Die sinkenden Neuinfektionszahlen dürften "nicht zu einem Erdrutsch an weiteren Lockerungen führen."


Erste Daten aus deutschen Innenstädten  unterstreichen Schaades Bedenken. So waren Fußgängerzonen nach einer Erhebung des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW) , die Statista  für mm illustriert hat, Mitte der Woche wieder deutlich belebter als zu verschärften Lockdown-Zeiten. "Der Einzelhandel kann etwas aufatmen, die seit dieser Woche geltenden Lockerungen bringen ihm teilweise eine spürbare Entspannung", so IfW-Präsident Gabriel Felbermayr zu den Zahlen.

Das Ausmaß der Entspannung korreliere dabei mit der jeweiligen regionalen politischen Rhetorik. In Bayern seien immer noch weniger Menschen unterwegs als etwa in Nordrhein-Westfalen.

Das IfW wertet seit Beginn der Krise Daten des Kölner Start-up-Unternehmens hystreet.com aus, das mit Laserscannern die Anzahl der Passanten an 118 zentralen Stellen in 57 deutschen Innenstädten misst. Parks oder andere Erholungsorte zählen nicht dazu. Passantenfrequenzdaten sind laut IfW sehr gute Indikatoren für die Umsätze, die Geschäfte und Gastronomie in den Innenstädten machen.

luk
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