Corona-News Betreiber senkt den Preis für die Luca-App

Die Betreiber der umstrittenen Luca-App kommen ihren Kritikern entgegen und ändern das Geschäftsmodell. Unterdessen steigen die Corona-Infektionszahlen weiter. Die Corona-News im Überblick.
Günstiger und flexibler: Die Bundesländer müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten

Günstiger und flexibler: Die Bundesländer müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten

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Friedrich Stark / imago images

Die Macher der umstrittenen Luca-App zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind den Bundesländern in den laufenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung entgegengekommen. Die Länder müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten, sondern können sich Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Luca-Daten nutzen können, teilte die Betreibergesellschaft Cultur4Life am Montag in Berlin mit.

Gleichzeitig halbierten die Luca-Macher die Kosten: Pro Gesundheitsamt werden künftig 9000 Euro im Jahr fällig statt bislang 18.000 Euro. Damit könne die Infrastruktur und Software des Luca-Systems erhalten bleiben, sagte Culture4Life-Geschäftsführer Patrick Hennig der Deutschen Presse-Agentur.

Die Luca-App war vor gut einem Jahr mit großen Erwartungen gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen. An dem System entzündete sich aber immer wieder heftige Kritik. Luca-Skeptiker stören sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Außerdem bezweifeln sie, dass das Luca-System die Gesundheitsämter tatsächlich wirkungsvoll unterstützen kann. Die Verträge mit 13 Bundesländern (alle außer Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen) hatten bislang ein Jahresvolumen von 20 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Bislang haben von den 13 Luca-Vertragsländern nur Schleswig-Holstein und Bremen eine Kündigung schriftlich ausgesprochen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass auch Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin, und Brandenburg vor einer Vertragskündigung stehen.

Neuer Höchstwert bei Sieben-Tage-Inzidenz

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Montag einen neuen Höchstwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet: Der Wert stieg auf 528,2 nach 515,7 am Vortag. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Corona-Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Das RKI registrierte zudem 34.145 Neuinfektionen. Das sind 8890 Positiv-Tests mehr als vor einer Woche, als 25.255 Fälle gemeldet wurden. Erstmals stieg die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus Infizierten damit auf mehr als acht Millionen Menschen.

Das RKI zählte zudem 30 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Gleichzeitig hielt der Trend an, dass die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern weiter sinkt: Am Sonntag betrug sie 2715. Als Grund dafür werden im Schnitt leichtere Krankheitsverläufe bei einer Infektion durch die nun dominante Omikron-Variante genannt. Mediziner fürchten wegen der hohen Zahlen an Neuinfektionen aber dennoch wieder steigende Patientenzahlen in den kommenden Wochen.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen nach wie vor den höchsten Wert mit 1389,3. Dann folgen Berlin mit 947,7 und Hamburg mit 805,8.

Neuer Höchststand in China

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in China hat zweieinhalb Wochen vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) den höchsten Stand seit März 2020 erreicht. Am Wochenende war zudem der erste Omikron-Fall in der Hauptstadt registriert worden.

Am Montag wurden in China 223 neue Fälle gemeldet, davon 80 in der vom Virus betroffenen Hafenstadt Tianjin und neun weitere, darunter auch Omikron-Fälle, in Kanton im Süden des Landes. Weitere 68 Fälle wurden aus der zentral gelegenen Provinz Henan gemeldet, wo für mehrere Millionen Einwohner teilweise Lockdown-Maßnahmen gelten und eine massive Testkampagne durchgeführt wurde.

cr/Reuters/dpa-afx