Corona-News Eon will Mitarbeiter notfalls am Arbeitsplatz kasernieren

Auch am Freitag gibt es neue Rekorde bei den Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Bundespräsident Steinmeier betonte erneut die Bedeutung von Impfungen im Kampf gegen die Pandemie. Die Corona-News im Überblick.
Impfen hilft: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) und sein Schweizer Kollege Ignazio Cassis

Impfen hilft: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) und sein Schweizer Kollege Ignazio Cassis

Foto: FILIP SINGER / EPA

Um sich gegen Personalausfälle durch die Coronavirus-Variante Omikron zu wappnen, bereitet der Energiekonzern Eon die Kasernierung von Mitarbeitern an wichtigen Standorten vor: "Im Rahmen der Vorbereitung auf alle denkbaren Krisenszenarien ziehen wir verschiedene Maßnahmen in Betracht, unter anderem haben wir auch die Möglichkeit einer vorübergehenden Unterbringung von Mitarbeitenden direkt am Standort berücksichtigt (Kasernierung)", teilte ein Eon-Sprecher der "Rheinischen Post" mit.

Derartige Maßnahmen habe das Unternehmen bislang noch nicht umsetzen müssen, betonte der Sprecher. Demnach gibt es auch für das Atomkraftwerk Isar, das die Unternehmenstochter PreussenElektra betreibt, besondere Notfallpläne.

"Um auch in pandemiebedingten Extremsituationen den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, haben wir im Kraftwerk und bei PreussenElektra einen detaillierten Pandemie-Notfallplan aktiviert, der verschiedene Maßnahmenstufen beinhaltet", zitierte die Zeitung den Sprecher. "Diese umfassen unter anderem die Reduzierung der Betriebsmannschaft zur Schaffung von Personalreserven, aber auch die Vorhaltung notwendiger Betriebsstoffe, um für einen größeren Zeitraum autark am Standort den Betrieb aufrecht halten zu können."

Das Kernkraftwerk Isar versorgt laut Konzern 3,5 Millionen Haushalte und erzeugt 12 Prozent des bayerischen Stroms.

140.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland – Rekordwert

In Deutschland schießt die Zahl der Corona-Neuinfektionen immer schneller in die Höhe: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 140.160 neue Positiv-Tests. Das sind 47.937 Fälle mehr als am Freitag vor einer Woche, als 92.223 Positiv-Tests gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 706,3 von 638,8 am Vortag und markierte damit einen neuen Rekord. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet für Mitte Februar mit mindestens 400.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag - im optimistischen Szenario. Sollten die Auffrischungsimpfungen keine lange Schutzwirkung haben, könnte die Zahl sogar auf mehr als 600.000 pro Tag steigen, hatte der SPD-Politiker nach Reuters-Informationen in einer Schalte mit den Staatskanzleichefs von Bund und Ländern am Donnerstag gesagt.

170 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, meldete das RKI am Freitag. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 116.485. Insgesamt wurden in Deutschland bislang mehr als 8,46 Millionen Corona-Fälle bestätigt. Laut RKI gibt es derzeit 1.166.100 aktive Corona-Fälle - auch diese Zahl steigt täglich. Gleichzeitig hielt der Trend an, dass die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern weiter gesunken ist: Am Donnerstag lag die Zahl bei 2418. Als Grund dafür werden im Schnitt leichtere Krankheitsverläufe bei einer Infektion durch die nun dominante Omikron-Variante genannt. Allerdings hatte Lauterbach nach Reuters-Informationen am Donnerstag darauf verwiesen, dass er wegen der sehr hohen Zahlen an Neuinfektionen in den kommenden Wochen wieder mit deutlich ansteigenden Corona-Patientenzahlen in den Krankenhäusern rechne.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen nach wie vor den höchsten Wert mit 1258,7. Dann folgen Berlin mit 1258,3 und Hamburg mit 1221,9. Im Berliner Bezirk Mitte liegt die Sieben-Tage-Inzidenz sogar bei 2200,1.

Bundespräsident spricht sich für Impfungen aus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag seinen Schweizer Kollegen Ignazio Cassis zu einem offiziellen Besuch empfangen. Beide Staatsoberhäupter betonten, dass die Corona-Pandemie nicht wieder zu Grenzschließungen führen dürfe. Sie stimmten in der Bedeutung des Impfens gegen das Virus als Weg aus der Pandemie überein.

Die Corona-News von Donnerstag, 20. Januar

Der vor einer möglichen Zulassung stehende Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Biotechunternehmens Valneva wirkt einer Studie zufolge auch gegen die Omikron-Variante. Die Ergebnisse einer ersten Laborstudie zeigten, dass Serumantikörper, die nach drei Dosen gebildet wurden, die Omikron-Variante neutralisieren, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Die Aktie des Unternehmens schoss an der Euronext am Donnerstag um bis zu 30 Prozent in die Höhe.

Alle getesteten Serumproben würden neutralisierende Antikörper gegen das ursprüngliche Virus und die Delta-Variante zeigen, während 87 Prozent dies auch gegen Omikron täten, erklärte der Konzern. Der Konzern rechnet weiterhin mit einer Zulassung seines Vakzins durch die Gesundheitsbehörde EMA im ersten Quartal. Erste Auslieferungen könnten dann voraussichtlich im April beginnen.

Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag

Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, "dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber "die haben die größte Wahrscheinlichkeit".

Dabei gebe es Länder, die solche Zahlen auch mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten, in Deutschland sei die Lage jedoch eine andere. "Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England", sagte Lauterbach. In England liege etwa die Zahl der Ungeimpften in der Gruppe der über 50-Jährigen bei 1 bis 2 Prozent. "Das sind Werte, an die wir nicht herankommen".

Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt Wert von 600

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 600 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 638,8 an. Am Vortag hatte der Wert bei 584,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 427,7 (Vormonat: 280,3).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.536 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 81.417 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 234 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 316 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.320.386 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 3,34 an (Dienstag: 3,17). Die Zahl der Genesenen lag bei 7.139.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.315.

WHO: Pandemie bleibt "Notlage von internationaler Tragweite"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt den Gesundheitsnotstand wegen der Corona-Pandemie vorerst nicht auf. Die Situation bleibe eine "Notlage von internationaler Tragweite" (PHEIC), entschied die WHO, wie sie am Mittwoch in Genf mitteilte. Die Erklärung einer solchen Notlage ist das höchste Alarmsignal, das die WHO geben kann. So sollen Regierungen wachgerüttelt werden, damit sie sich auf ein potenziell gefährliches Gesundheitsrisiko einstellen. Zudem sind damit besondere Meldepflichten der Mitgliedsländer verbunden.

Die WHO hatte den Notstand wegen Corona am 30. Januar 2020 erklärt. Zu dem Zeitpunkt waren außerhalb Chinas rund 100 Infektionen in 21 Ländern bekannt. Mit Stand dieser Woche waren es mehr als 326 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und mehr als 5,5 Millionen Todesfälle.

Österreich begleitet Impfpflicht mit finanziellen Anreizen

Zusätzlich zur geplanten Corona-Impfpflicht in Österreich sollen finanzielle Anreize die Menschen zur Immunisierung bewegen. Vor der parlamentarischen Abstimmung über die allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren kündigte die konservativ-grüne Koalitionsregierung am Donnerstag gemeinsam mit den oppositionellen Sozialdemokraten eine Impflotterie an. Außerdem sollen Gemeinden bei Erreichen von hohen Impfquoten mit Förderungen belohnt werden. Insgesamt soll rund eine Milliarde Euro für diese Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Bei der Lotterie sind pro Teilimpfung 500 Euro zu gewinnen, die als Gutscheine in Gastronomie oder im Handel eingelöst werden können. Teilnehmen können nicht nur Spätentschlossene, sondern auch jene, die schon geschützt sind. Rund jeder zehnte Stich soll so belohnt werden. Für Gemeinden mit einer Impfquote von 80 Prozent werden insgesamt 75 Millionen Euro ausgeschüttet, bei 85 Prozent 150 Millionen, und bei 90 Prozent 300 Millionen Euro.

Mit Nachrichtenagenturen