Corona-News Punktsieg für Tennisstar Djokovic, Inzidenz steigt weiter

Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic erringt vor einem australischen Gericht einen Teilsieg. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland klettert auf 375,7. Die wichtigsten Corona-News im Überblick.
Serbischer Tennisstar: Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic wollte eigentlich an den Australian Open teilnehmen

Serbischer Tennisstar: Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic wollte eigentlich an den Australian Open teilnehmen

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Alessandro Di Marco / EPA

Dem Einspruch des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic (34) gegen seine verweigerte Einreise nach Australien ist stattgegeben worden. Das entschied ein Gericht am Montag in Melbourne. Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar. Die Regierung hatte bereits vor der Verhandlung angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreiseverweigerung weitere Schritte, um Djokovic weiter das Visum zu verweigern. Das bestätigte der Regierungsanwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung.

Djokovic gelang damit im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne ein erster wichtiger Sieg. Ob er seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber wirklich verteidigen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zunächst einmal darf Djokovic aber das Abschiebehotel, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte, verlassen und bekommt seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie der Richter Anthony Kelly anordnete. Kelly hatte im ersten Teil der Verhandlung am Montag, in der die Anwälte von Djokovic ihre Sicht der Dinge darlegten, erklärt, er halte das Verhalten der Behörden für unverhältnismäßig. "Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?", hatte Kelly gesagt.

Der Fall Djokovic sorgte seit Tagen für Wirbel weit über die Tennisszene hinaus. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung, auch ohne Coronaimpfung einreisen zu dürfen, vorlegen. Djokovic wurde in ein Hotel für Ausreisepflichtige gebracht. Der Serbe hatte gegen die Entscheidung Einspruch eingelegt. Laut den Gerichtsdokumenten gab die Seite von Djokovic an, dass dieser am 30. Dezember vom medizinischen Chef des australischen Tennisverbands eine Ausnahmegenehmigung erhalten habe.

Ein positiver Coronatest aus dem Dezember 2021 sollte ihm doch noch zur Teilnahme an den Australian Open verhelfen. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden sein soll. Es traten jedoch etliche Ungereimtheiten auf. Erstmals war der Tennis-Ausnahmespieler während seiner heftig kritisierten Adria Tour im Juni 2020 positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Schon vor dem Ärger um die Australien-Einreise war sein Impfstatus monatelang ein Thema für Diskussionen gewesen. Der Tennisprofi hatte daraus ein Geheimnis gemacht und den Status als Privatsache bezeichnet, dieser ist nun aber geklärt. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic in der Befragung durch einen Beamten des australischen Grenzschutzes angegeben habe, "nicht gegen Covid-19 geimpft" zu sein.

Die Australian Open werden vom 17. bis 30. Januar ausgetragen. Djokovic hat das Turnier neunmal gewonnen – so oft wie kein anderer. Er strebt seinen insgesamt 21. Grand-Slam-Titel an. Damit würde er seine Rivalen Rafael Nadal (35) aus Spanien und Roger Federer (40) aus der Schweiz abhängen und zum alleinigen Grand-Slam-Rekordturniersieger aufsteigen.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet auch zu Beginn der neuen Woche steigende Corona-Zahlen. Am Montag meldete das RKI 25.255 Neuinfektionen. Das sind 6737 Fälle mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 375,7 von 362,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 52 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 114.029. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 7,53 Millionen Coronatests positiv aus. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern war am Sonntag weiter auf 3242 gefallen.

Der seit Tagen sichtbare Anstieg der Zahlen wird vor allem auf die Ausbreitung der hochansteckenden Virusvariante Omikron zurückgeführt, die in anderen europäischen Ländern und den USA bereits für Höchststände gesorgt hat. In Deutschland liegt der Schwerpunkt weiter deutlich in Norddeutschland und dort bei den Stadtstaaten: In Bremen liegt der Wert jetzt bei 1028, in Berlin bei 694,1 und in Hamburg bei 560,9. Schleswig-Holstein verzeichnet eine Inzidenz von 529,6 und Mecklenburg-Vorpommern von 420,1.

Schnelltests laut PEI nicht "unzuverlässig"

In Deutschland gibt es nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) keine Corona-Schnelltests zu kaufen, die das Label "unzuverlässig" verdienen. Das PEI habe eine Liste mit Tests veröffentlicht, die über eine "erhöhte Sensitivität" verfügten, sagt der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek (65), im ZDF. Die Tests, die die höheren Anforderungen nicht erfüllten, würden in Deutschland nicht verkauft, weil sich Testzentren, Apotheken und Discounter an der PEI-Liste orientierten.

Verbraucherschützer hatten zuvor eine Überprüfung aller in Deutschland verfügbaren Antigen-Schnell- und Selbsttests gefordert. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein Test in der Bewertung des Paul-Ehrlich-Instituts nicht durchfalle, wenn er zwar bei "sehr hoher Viruslast" sicher anschlage, aber bei lediglich "hoher Viruslast" nur schlecht funktioniere, sagte der Gesundheitsmarktexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Arne Weinberg, dem ARD-Hauptstadtstudio. "Es haben Tests diese Überprüfung bestanden, die bei sehr hoher Viruslast um die 100 Prozent haben, also sehr gut sind, bei hoher Viruslast aber unter 10 Prozent liegen." Solche Tests dürften dann trotzdem auch für Bürgertests eingesetzt werden, die der Staat bezahle, kritisierte Weinberg.

Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) hatte Ende Dezember darauf verwiesen, dass Antigen-Schnelltests eine Coronainfektion mit der Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen. Sie empfahl aber weiterhin die Verwendung.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD; 58) hat eine Positivliste für Schnelltests angekündigt, mit denen die Omikron-Variante des Coronavirus gut erkannt werden kann. Er habe am Sonntag das Paul-Ehrlich-Institut veranlasst, "eine Positivliste vorzubereiten mit Tests, die für Omikron besonders geeignet sind beziehungsweise Omikron gut erkennen", sagte Lauterbach am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Damit soll eine bessere Orientierung bei der Test-Auswahl ermöglicht werden

Lauterbach erwartet weitere Maßnahmen

Gesundheitsminister Lauterbach erwartet, dass im Kampf gegen die Omikron-Variante des Coronavirus weitere Maßnahmen notwendig werden. Die von Bund und Ländern vereinbarte 2G-plus-Regel in der Gastronomie und die neuen Quarantäneregeln bezeichnete der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" als Erfolge. "Ich glaube schon, dass uns das helfen wird." Er fügte aber hinzu, das werde nicht reichen, um Omikron zu besiegen. "Ich glaube, die Fallzahlen werden ansteigen. Daher werden weitere Maßnahmen noch notwendig werden, zu gegebener Zeit. Aber das ist jetzt erstmal ein ganz wichtiger Schritt nach vorne."

Bund und Länder hatten am Freitag eine 2G-plus-Regelung für Restaurants, Cafés und Kneipen vereinbart. Demnach haben nur Geimpfte und Genesene mit negativem Coronatest sowie Menschen mit Auffrischungsimpfung Zugang.

Jedes siebte Unternehmen befürchtet Aus durch Corona

Knapp jedes siebte Unternehmen in Deutschland sieht sich durch die Folgen der Coronapandemie in seiner Existenz bedroht. Mit 14 Prozent sei der Anteil im Dezember genauso hoch geblieben wie bei der vorangegangenen Erhebung im Juni 2021, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. "Immer noch besonders gefährdet fühlen sich die Reisebüros und -veranstalter mit 73,2 Prozent sowie Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft mit 67,4 Prozent", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Italien verschärft Maßnahmen

In Italien gelten seit diesem Montag weitere Coronaeinschränkungen mit Auswirkungen auf das Reisen. In Hotels, Kongresszentren, Restaurants, Skiliften und den Transportmitteln im Nah- und Fernverkehr gilt nun die 2G-Regel. Das bedeutet, dass dort nur noch Menschen Zutritt bekommen, die nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sind. Im Verkehr sind damit nicht nur Linienbusse in der Stadt betroffen, sondern auch Züge, Fähren und Flüge. Deutsche Touristen können in Italien die QR-Codes ihrer Impfnachweise verwenden.

Die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern reagierte damit auf die stark gestiegenen Corona-Neuinfektionszahlen. Die zuletzt offiziell ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz lag landesweit im Schnitt mit 1669 Fällen je 100.000 Einwohnern auf einem Rekordhoch.

Mit Nachrichtenagenturen
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