Mittwoch, 27. Mai 2020

Aktuelle Umfrage zur Corona-Krise Deutschland in Angst - um die Wirtschaft, aber nicht um den eigenen Job

Die Angst vor einer Wirtschaftskrise im Zuge der Corona-Pandemie ist massiv gestiegen. Die Sorge um den eigenen Job ist dagegen nicht und um die eigene Gesundheit nur moderat gestiegen.

Die Angst der Deutschen vor einer Wirtschaftskrise im Zuge der Corona-Krise ist massiv gestiegen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichen Befragung der R+V-Versicherung zu den aktuellen Sorgen der Bundesbürger hervor. Der Anteil derjenigen, die eine schlechtere Wirtschaftslage befürchten, erhöhte sich im Vergleich zur Befragung im Vorjahr um 23 Prozent auf nunmehr 58 Prozent.

Die Sorgen vor einem Wirtschaftsabschwung seien begründet, betont der Heidelberger Politikwissenschaftler und Berater Manfred Schmidt. Die Talfahrt werde jene während der Krise von 2009 höchstwahrscheinlich übertreffen.

Frauen sind der Umfrage zufolge deutlich skeptischer als Männer: 61 Prozent haben Angst vor einer Verschlechterung, während das nur für 54 Prozent aller Männer zutrifft. Jüngere Befragte bis 30 Jahre (51 Prozent) sind in dieser Frage etwas optimistischer als die ältere Generation (59 Prozent).

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt verfüge die Bundesrepublik über stabilisierende Mechanismen. Zum einen schütze das staatliche Kurzarbeitergeld mehrere Millionen Menschen vor Jobverlust. Zum anderen helfe die Regierung der Wirtschaft auch mit Hilfspaketen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro, versucht Schmidt die Ängste zugleich ein wenig zu mindern.

Angst um die eigene Gesundheit nicht gestiegen

Interessant: Die Angst der Deutschen vor Arbeitsplatzverlust blieb unverändert. Der entsprechende Wert verharre wie schon 2019 weiterhin auf einem relativ niedrigen Wert von 24 Prozent der Befragten, geht aus der Studie hervor. Richtig ist aber auch: Bei den unter 30-Jährigen ist diese Angst mit 36 Prozent am höchsten.

Erstaunlich: Die Angst, selbst zu erkranken, hat sich sich in Zeiten der Corona-Pandemie nur leicht erhöht - von 35 Prozent im Vorjahr auf aktuell 41 Prozent. Das ist laut R+V Versicherung in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten gab es im vergangenen Jahr. "Das ist eine sensationelle Nachricht. Das hat mich echt erstaunt", sagt Schmidt.

Die R+V-Versicherung veröffentlicht in jedem Jahr eine Studie über die Ängste der Deutschen, die auf repräsentativen Umfragen fußt. Diese werden üblicherweise im Sommer organisiert. Wegen der Corona-Krise startete das Unternehmen Anfang April eine ergänzende Sonderbefragung von 1075 Bürgern, um die aktuelle Stimmungslage zu messen.

rei/AFP/dpa

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