Früher als geplant EMA entscheidet noch vor Weihnachten über Zulassung des Biontech-Impfstoffs

Die Europäische Arzneimittelagentur will ihr Gutachten über den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer nun schon am 21. Dezember vorlegen. Die Impfkampagne könnte somit kurz nach den Feiertagen beginnen.
Schneller als erwartet auch in Deutschland verfügbar: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer

Schneller als erwartet auch in Deutschland verfügbar: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer

Foto: John Angelillo / UPI Photo / imago images

Nun ist es offiziell: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer vorlegen - acht Tage früher als zuletzt geplant. Das teilte die Behörde am Dienstag in Amsterdam mit.

Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massenimpfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten bereits kurz nach Weihnachten. Es würden keine Abstriche bei den Sicherheitsstandards gemacht, betonte die EMA. "Eine Marktzulassung stellt sicher, dass Covid-19-Impfstoffe dieselben hohen EU-Standards erfüllen, die für alle Impfstoffe und Medikamente gelten."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40) setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Er sei optimistisch, dass der Impfstoff noch vor Weihnachten zugelassen werde. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", sagte er. Ziel sei es, in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen zu beginnen. Von Anfang an habe sich die EU allerdings darauf verständigt, dass es nicht wie etwa in den USA eine Notzulassung geben wird, sondern "eine ordentliche Zulassung". Dadurch solle Vertrauen in die Impfungen während der Pandemie erhalten und gewonnen werden, sagte Spahn.

Druck auf EMA gestiegen

Die EMA stand zuletzt unter wachsendem Druck von EU-Regierungen, eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zu beschleunigen. Der Druck sei seit den Notfallzulassungen in Großbritannien und den USA gewachsen, hatte Reuters am Montag von mehreren Insidern erfahren. Die EMA hatte bisher angekündigt, dass sie bis spätestens 29. Dezember eine Entscheidung treffen will. In Großbritannien, Kanada und den USA wird der Impfstoff bereits verabreicht. Das hatte in der EU eine Debatte ausgelöst, warum ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst so spät eingesetzt wird.

Biontech und Pfizer hatten vor zwei Wochen bei der EMA einen Antrag auf eine bedingte Marktzulassung ihres Covid-19-Impfstoffs eingereicht. Das Vakzin wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesehen. Weltweit sind inzwischen mehr als 1,6 Millionen Menschen an oder mit dem Virus gestorben. 

mg/Reuters, AFP, dpa-afx
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