Donnerstag, 27. Juni 2019

690.000 Euro BMW-Großaktionäre ernten Kritik für CDU-Spende

Angela Merkel spendete im Wahlkampf ihre Zeit dem elektrischen BMW i3 auf der IAA. Die BMW-Eigner spenden ihr 690.000 Euro

Die BMW-Großaktionärsfamilien Quandt und Klatten haben der CDU eine Rekordspende überwiesen. Der Zeitpunkt der Zuwendung sorgt kurz nach der Bundestagswahl und im Zuge der verschobenen Entscheidung um CO2-Grenzwerte für Autobauer für Kritik.

Berlin - Die CDU hat kurz nach der Bundestagswahl insgesamt 690.000 Euro als Spende der BMW-Großaktionäre erhalten. Am 9. Oktober gingen je 230.000 Euro von Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten ein, wie auf der Internet-Seite des Bundestags ausgewiesen wird.

Die CDU bestätigte am Dienstag auf Anfrage die Spende, über die zuerst "Spiegel Online" berichtet hatte. Bereits nach der Wahl 2009 hatte die CDU laut Bundestagsverwaltung von den drei BMW-Eignern eine Großspende erhalten, damals insgesamt 450.000 Euro.

Stefan Quandt ist mit 17,4 Prozent an dem Autokonzern BMW Börsen-Chart zeigen beteiligt, Johanna Quandt mit 16,7 Prozent und Susanne Klatten mit 12,6 Prozent.

Bislang höchste Spende im Wahljahr 2013

Die Organisation LobbyControl kritisierte die Zuwendungen. "Die bislang höchsten Spenden im Wahljahr 2013 erfolgten noch nicht einmal einen Monat nach der Wahl. Da stellt sich die Frage, ob die Familie Quandt/Klatten ihre Unterstützung extra aus dem Wahlkampf heraushalten wollte", sagt Christina Deckwirth von LobbyControl. Sie wies auf die "zeitliche Nähe" zur Verschiebung einer Abstimmung zu CO2-Grenzwerten für Autos in der EU ab 2020 auf Druck der unionsgeführten Bundesregierung hin.

Vom "krassesten Fall von gekaufter Politik seit langem" sprach der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Klaus Ernst. "Da ist auch ein parlamentarisches Nachspiel denkbar."

krk/dpa

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung