Sondierung beendet Union und SPD wollen über große Koalition verhandeln

Durchbruch nach drei Sondierungsrunden: Wie Spitzenpolitiker von Union und SPD bestätigten, wollen beide Parteien Verhandlungen zur Bildung einer großen Koalition aufnehmen. Schon in wenigen Tagen könnten die erforderlichen Beschlüsse dazu gefasst werden.
Einen Schritt näher an einer gemeinsamen Regierung: Kanzlerin Merkel und SPD-Chef Gabriel

Einen Schritt näher an einer gemeinsamen Regierung: Kanzlerin Merkel und SPD-Chef Gabriel

Foto: MARCO-URBAN.DE

Berlin - Die Spitzen von Union und SPD wollen ihren Parteigremien Verhandlungen über eine große Koalition empfehlen. Die SPD habe einstimmig für Koalitionsverhandlungen gestimmt, teilte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Donnerstag nach rund zweieinhalbstündigen Beratungen der Spitzenpolitiker beider Seiten in Berlin mit. CSU-Chef Horst Seehofer sagte, die Verhandlungen sollten am Mittwoch beginnen.

Laut "Bild"-Zeitung hat die CDU für Freitagvormittag, 11.00 Uhr, eine Telefonschaltkonferenz des Bundesvorstands einberufen, um über das Ergebnis zu informieren. Bei der SPD entscheidet ein Parteikonvent am Sonntag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen.

Bereits vor dem Treffen hatte die Union versucht, der skeptischen SPD-Basis mit Einigungssignalen beim Mindestlohn Verhandlungen über eine Koalition schmackhaft zu machen. CSU-Chef Horst Seehofer erklärte die Bereitschaft, der SPD bei einer Lohnuntergrenze von 8,50 Euro entgegenzukommen. Er formulierte aber Einschränkungen und brachte als Gegenleistung einen SPD-Verzicht auf Steuererhöhungen ins Spiel. Wirtschaftsforscher sagten wegen des erwarteten Aufschwungs und wachsender Überschüsse einen erheblichen finanziellen Spielraum für eine neue Regierung voraus.

Beide Seiten bemühten sich schon beim Eintreffen zu den Verhandlungen um optische Signale der Annäherung. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel kam im roten Blazer, CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt im roten Kostüm. Die nordrhein-westfälische SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich auf einem Balkon scherzend mit CSU-General Dobrindt und dessen Parteifreund Peter Ramsauer. Zwischen Kraft und Dobrindt hatte es bei der jüngsten Sondierungsrunde am Dienstag noch eine heftige Auseinandersetzung gegeben.

cr/dpa

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